
Im Krankenhaus Can Misses ist die Onkologie laut der Tageszeitung Diario de Ibiza wieder wie vorgesehen mit fünf Onkologen besetzt: Neu im Team ist der Facharzt Álvaro Ruiz Granados (zuvor in Madrid). 2025 war die Abteilung zeitweise nur mit drei aktiven Onkologen besetzt. Die Gesundheitsverwaltung hat nach eigenen Angaben zusätzlich die Möglichkeit, wegen der besonderen Situation auf Ibiza bis zu sieben Onkologen zu beschäftigen – es sollen also noch zwei weitere dazukommen.
In der ersten Monatshälfte soll eine onkologische Fallmanagerin starten. Sie soll für Betroffene Ansprechpartnerin sein, Untersuchungen und Behandlungsabläufe koordinieren, die Organisation der Zusatztests steuern, die Abläufe in den Tumorboards vorbereiten und auch die interinsulare Behandlung koordinieren. Ziel ist mehr Koordination für Patientinnen und Patienten und weniger Bürokratie für die Ärzte – damit die Versorgung wieder zu 100 % läuft.
Die balearische Gesundheitsministerin Manuela García reiste nach Ibiza und traf Vertreter mehrerer Krebs-Organisationen und Plattformen. Die Apaac, die Vereinigung zur Unterstützung von Krebspatienten auf den Pityusen, bewertete das Treffen als positiv, machte aber deutlich, dass die Wartezeiten immer noch zu lange seien und der Fokus auf der vollständigen Besetzung mit sieben Onkologen liegen müsse. Der Verband bemängelt vor allem die Rückstände bei Nachsorgeterminen: Nach ihren Angaben kommen Menschen, die eigentlich nach sechs Monaten kontrolliert werden müssten, teils erst nach einem Jahr wieder an Termin und Untersuchungen. Das verursache Sorge und Angst wegen der Ungewissheit, ob eine Therapie wirkt oder ob es zu einem Rückfall kommt.
Während der Personallücke wurde die Arbeit so organisiert, dass Zusatzschichten vereinbart wurden und die Onkologen von Bereitschaftsdiensten entlastet wurden, um Sprechstunden und Therapiebeginn abzusichern. Es gab zudem regelmäßige Betreuung von Patientinnen und Patienten auf Formentera durch einen Onkologen. Die durchschnittliche Wartezeit bis zur Erstversorgung nach der Diagnose wird mit sechs Tagen angegeben.
García verwies außerdem auf die laufenden Arbeiten, um die Erstattung von Kosten für Diäten und Transport bei Behandlungen auf den anderen Baleareninseln zu beschleunigen. Parallel werde in Son Espases auf Mallorca eine Analyse zur Erweiterung der Patientenunterbringung erstellt. In einem nächsten Treffen soll zudem das Programm zur Darmkrebs-Früherkennung thematisiert werden, um die Teilnahme zu erhöhen, obwohl die Abdeckung formal bei 100 % liege.











