
Im Hafen von Ibiza entsteht ein neues Zentrum für die Erstaufnahme von Migranten, das Platz für bis zu 150 Personen bieten soll. Grundlage ist ein Notfallvertrag über 6,7 Millionen Euro, den die spanische Regierung genehmigt hat. Die Entscheidung trat am 4. September in Kraft, die Einrichtungen müssen innerhalb eines Monats betriebsbereit sein, so die Tageszeitung Diario de Ibiza.
Das Zentrum wird in modularen Bauten errichtet und direkt neben dem bisherigen Zelt im Hafen von Es Botafoc angesiedelt. Es umfasst Duschen, Sanitäranlagen, einen Speisesaal, eine Krankenstation sowie Schlafräume mit Etagenbetten. Auch Lagerräume und Büroräume sind vorgesehen. In Formentera entsteht ein kleineres Modul mit ähnlicher Ausstattung.
Wie Raquel Guasch, die staatliche Direktorin für Ibiza und Formentera, erklärte, sollen die Bereiche im Inneren getrennt werden, um Frauen und Kinder zu schützen und verschiedene Gruppen nicht zu vermischen. Zudem sieht der Vertrag die Bereitstellung von Verpflegung, medizinischer Betreuung, Decken sowie Sicherheitsdiensten vor.
Die Wartezeit für Migranten beträgt auf Ibiza meist 24 bis 36 Stunden, in Formentera zwischen zwei und acht Stunden. Währenddessen übernehmen Policía Nacional in Ibiza und Guardia Civil in Formentera die Aufsicht. Parallel dazu kümmert sich das Rote Kreuz um die humanitäre Versorgung und medizinische Ersteinschätzung.
Hintergrund dieser Maßnahme ist der deutliche Anstieg der Ankünfte über die Route von Algerien zu den Balearen. Der Präsident des Inselrats von Formentera, Óscar Portas, hatte zusätzliche Ressourcen gefordert, da die bisherigen Kapazitäten die Sozialdienste überlastet hätten.
Nach Angaben von Guasch handelt es sich bei den Balearen um eine Durchgangsstation: Die meisten Migranten reisen weiter in andere europäische Länder wie Frankreich oder Belgien, wo familiäre Bindungen bestehen. Das neue Aufnahmezentrum soll „so lange in Betrieb bleiben, wie es notwendig ist“.












