
Formentera steht vor einem grundlegenden Kurswechsel bei der Regulierung des Autoverkehrs in den Sommermonaten. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, wird das seit 2019 bestehende System Formentera.eco ab diesem Sommer neu ausgerichtet. Künftig zählt nicht mehr nur die Anzahl der Fahrzeuge, sondern vor allem deren Umweltplakette – oder das Fehlen einer solchen. Bislang wurde die Zufahrt zur Insel über eine jährlich sinkende Obergrenze an Fahrzeugen gesteuert. Nun setzt der Inselrat auf ein Modell, das sich stärker an Energieeffizienz und Umweltbelastung orientiert. Damit folgt Formentera den staatlichen Vorgaben zu Zonen mit niedrigen Emissionen.
Die zuständige Inselrätin für Umwelt und Mobilität stellte im Consell d’Entitats zwei mögliche Szenarien vor, die schrittweise zwischen 2025 und 2029 umgesetzt werden sollen:
Variante 1: Fahrzeuge ohne Umweltplakette dürfen ab 2027 nicht mehr nach Formentera einreisen.
Variante 2: Das Verbot für Autos ohne Plakette tritt bereits diesen Sommer in Kraft. Zusätzlich soll die Kategorie Binnerhalb von zwei Jahren vollständig entfallen.
Über die endgültige Regelung entscheiden die beteiligten Organisationen am 19. Januar.
Offiziell betont der Inselrat, dass die Gesamtzahl der Fahrzeuge von Besuchern nicht erhöht werde. Dennoch sorgt der neue Ansatz für Diskussionen. Kritiker verweisen darauf, dass die tägliche Zahl der zugelassenen Fahrzeuge von 1.732 auf 1.800 steigen würde – ein Novum seit Einführung des Systems.
Die geplante tägliche Verteilung:
800 Fahrzeuge für nicht ansässige Arbeitnehmer
1.000 Pkw für Besucher
122 Motorräder
Die 1.000 Besucherfahrzeuge sollen künftig nach Umweltkategorie verteilt werden:
0 und ECO: 200 Plätze im Sommer 2026 (bis zu 350 im Jahr 2029)
Kategorie C: 600 feste Plätze
Kategorie B: 170 Plätze im Jahr 2026, schrittweise Reduzierung auf 50
Ohne Plakette: 30 Plätze im Jahr 2026, ab 2027 keine mehr – oder sofort, je nach beschlossener Variante
Aus der Politik kommt deutliche Kritik. Beanstandet wird insbesondere die überraschende Erhöhung der Fahrzeugzahl sowie die geplante lange Laufzeit der Regelung. Zudem wurde hinterfragt, warum weiterhin keine Sonderregelung für pityusische Inselbewohner vorgesehen ist, die mit dem Auto zwischen den Inseln pendeln. Auch gesellschaftliche und sportliche Verbände mahnen an, dass Verkehrspolitik nicht allein über Zahlen geregelt werden dürfe. Gefordert werden vor allem sicherere Straßen für Fußgänger und Radfahrer.
Wer im kommenden Sommer mit dem eigenen Auto nach Formentera reisen möchte, sollte dringend die Umweltplakette des Fahrzeugs prüfen. Die Entscheidung des Inselrats könnte darüber bestimmen, ob eine Einreise möglich ist – oder nicht.











