
Vier Menschen wurden bei der gestrigen Explosion in einem Wohngebäude in Ibiza schwer verletzt. Eine 45-jährige Frau befindet sich weiterhin in kritischem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses Can Misses. Zwei junge Erwachsene – eine 21-jährige Frau und ein 23-jähriger Mann – wurden in die Spezialklinik La Fe in Valencia verlegt, wo sie in der Abteilung für Brandverletzungen behandelt werden. Ein weiterer 21-jähriger Mann liegt mit mehreren Frakturen und einem Polytrauma auf der Intensivstation einer Privatklinik auf Ibiza. Die Versorgung der Verletzten hat für die Behörden oberste Priorität.
Die Explosion ereignete sich während laufender Arbeiten zur energetischen Sanierung, bei der unter anderem Gasinstallationen durch moderne Systeme ersetzt werden sollten. Insgesamt wurden 22 Wohnungen betroffen, davon fünf so schwer, dass die Bewohner mindestens zwei Monate nicht zurückkehren können. Das Institut Balear de l’Habitatge (Ibavi), das Institut für Wohnungsbau der Balearen, hat die laufenden Sanierungsarbeiten verteidigt und betont, dass es im Vorfeld keine Hinweise auf sicherheitsrelevante Mängel gegeben habe. Die Arbeiten seien, wie die Tageszeitung Diario de Ibiza informiert, auf langjährige Forderungen der Bewohner zurückgegangen. Nach rund 20 Jahren ohne grundlegende Modernisierung sei eine umfassende Renovierung notwendig gewesen, um die Wohnbedingungen zu verbessern und die Gebäude technisch auf den neuesten Stand zu bringen.
Einige Bewohner schilderten die dramatischen Momente der Explosion. Ein Nachbar berichtete, die Druckwelle habe ihn „praktisch vom Sofa gehoben“, andere sahen, wie Wände durch die Luft flogen und hörten Schreie im Gebäude. Viele Bewohner verbrachten die Nacht aus Angst außerhalb ihrer Wohnungen, obwohl diese teils unbeschädigt blieben. Besonders Kinder reagieren laut Aussagen der Familien mit großer Angst und wollen nicht in die Wohnungen zurückkehren – die Unsicherheit ist weiterhin spürbar.
Die Stadt stellte Notunterkünfte, Verpflegung und sanitäre Einrichtungen bereit. Insgesamt wurden 36 Personen vorübergehend in Hotels untergebracht. Gleichzeitig arbeitet das Ibavi an Lösungen für die betroffenen Familien, insbesondere für jene, die ihre Wohnungen nicht nutzen können. Die genaue Ursache der Explosion ist weiterhin unklar. Polizei und Behörden haben Ermittlungen aufgenommen. Sowohl die Stadt als auch das Ibavi erklärten, man werde alle notwendigen Konsequenzen ziehen, sobald die Ergebnisse vorliegen.















