
Bei einem gemeinsamen Polizeieinsatz von Policía Nacional und Guardia Civil ist auf Ibiza ein mutmaßliches Mitglied einer kriminellen Bande festgenommen worden, die laut den Ermittlern Verbindungen zur venezolanischen Gruppierung „El Tren de Aragua“ haben soll. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, wurden im Rahmen der Ermittlungen insgesamt fünf Verdächtige auf Ibiza, Teneriffa, in Madrid, Orense und Ciudad Real festgenommen. Vier von ihnen befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen begannen bereits im Januar nach einem gewaltsamen Überfall auf eine Luxusvilla in der Nähe von León. Die Täter erbeuteten exklusive Uhren und Schmuck im Wert von mehr als 100.000 Euro sowie 10.000 Euro Bargeld. Während des Überfalls bedrohten sie die Bewohner – darunter auch Minderjährige – mit einer Schusswaffe und versuchten anschließend erfolglos, Geld von den Mobiltelefonen der Opfer auf andere Konten zu überweisen. Nach Angaben der Ermittler ging die Gruppe planmäßig vor. Die Täter reisten bereits Tage vor den Überfällen an, beobachteten ihre Opfer und analysierten deren Gewohnheiten. Anschließend fingen sie die Bewohner in der Nähe ihrer Häuser ab, zwangen sie unter Waffengewalt zurück in die Wohnungen und fesselten sie dort mit Kabelbindern und Klebeband. Ziel waren ausschließlich Personen mit hohem Vermögen und hochwertige Luxusgüter. Am 17. Juni durchsuchten die Einsatzkräfte insgesamt sechs Wohnungen, darunter auch eine auf Ibiza, die nach Angaben der Ermittler als Stützpunkt der Organisation diente. Dabei wurden zahlreiche Mobiltelefone, gefälschte Kennzeichen, 50 Patronen für Kurzwaffen sowie mehr als 5.700 Euro Bargeld sichergestellt. Außerdem fanden die Beamten über 500 Gramm der Droge „Tusi“, 182 Gramm MDMA, mehr als 100 Tabletten derselben Substanz, rund ein Kilogramm Streckmittel sowie Material zur Herstellung und Verpackung von Drogen. Den Festgenommenen werden unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, schwerer Raub, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, illegaler Waffenbesitz, Fahrzeugdiebstahl sowie Drogendelikte vorgeworfen. Für ihre Überfälle nutzte die Gruppe nach Angaben der Ermittler gestohlene Fahrzeuge mit gefälschten Kennzeichen, die nach den Taten in Brand gesetzt wurden, um Spuren zu verwischen.













