
Eine totale Sonnenfinsternis am 30. August 1905 hat auf Ibiza tiefe Eindrücke hinterlassen. Die Archivarin und Forscherin Ana Colomar schilderte in einem Vortrag im Consell d’Eivissa, wie das plötzliche Dunkel den Alltag auf der Insel veränderte. Zeitzeugen berichteten, dass es mitten am Tag finster wurde und sogar Hühner in ihre Ställe zurückkehrten.
Laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera stützt sich Colomar auf jahrelange Recherchen in historischen Dokumenten und deren Abgleich mit heutigen Daten, unter anderem von der NASA. Demnach konnten in über 2000 Jahren von Ibiza aus nur zehn totale Sonnenfinsternisse beobachtet werden. Die damalige Bevölkerung reagierte laut den überlieferten Berichten mit großem Respekt und teils auch mit Angst. Die seltenen Himmelsereignisse wurden häufig mit Kriegen, Krankheiten oder dem Tod von Herrschern in Verbindung gebracht und als bedrohlich wahrgenommen.
Für ihre Untersuchung konzentrierte sich Colomar insbesondere auf die Finsternisse von 1860 und 1905. Historische Quellen wie Aufzeichnungen des Observatorio Astronómico de Madrid oder lokale Presseberichte zeigen, dass die Menschen in der Stadt das Ereignis vorbereitet verfolgten – etwa mit geschwärzten Gläsern –, während es auf dem Land oft überraschend eintrat und für Verunsicherung sorgte.
Ein moderneres Beispiel ist eine ringförmige Sonnenfinsternis im Jahr 2005, die vor allem im Süden der Insel gut sichtbar war. Für den kommenden 12. August erwarten Experten erneut ein spektakuläres Ereignis: Ab etwa 19:39 Uhr soll die Finsternis beginnen und gegen 20:33 Uhr ihren Höhepunkt erreichen.
Dabei warnen Fachleute vor dem direktem Blick in die Sonne und empfehlen geeigneten Schutz. Besonders im Westen der Insel dürfte die Sicht gut sein, allerdings rechnen die Experten mit großem Andrang und möglichem Chaos, da das Ereignis mit der Hauptreisezeit und dem Sonnenuntergang zusammenfällt.















