
Laut der Tageszeitung Diario de Ibiza gilt inzwischen als bestätigt, dass mindestens 18 Migranten vermisst werden. Ihr Flüchtlingsboot war auf dem Weg von Algerien nach Ibiza und trieb mindestens eine Woche auf offener See. Schließlich kenterte es aufgrund des schweren Wellengangs. Eine weitere Version der Ereignisse besagt, dass sich die 18 Vermissten nach und nach selbst ins Meer stürzten, da ihr Überleben nach einer Woche ohne Treibstoff, Wasser und Nahrung nicht mehr möglich schien.
Insgesamt befanden sich 23 Personen an Bord, berichten die fünf Überlebenden, die tagelang in eisiger Kälte und bei heftigem Sturm ausharrten. Die drei Brüder sowie zwei weitere Männer sind die einzigen Zeugen dieser Tragödie. Sie wurden nach ihrer Ankunft in Ibiza zunächst administrativ festgehalten, wie es bei irregulärer Einreise üblich ist. Unter den Vermissten sind laut Angehörigen auch eine Frau und ihr vierjähriges Kind. Die Partnerin eines der Überlebenden erlebte eine Woche voller Angst, bis sie erfuhr, dass ihr Partner und dessen Brüder zu den fünf Geretteten gehören. Einer der Männer wurde mit einer Knieverletzung ins Hospital Can Misses gebracht.
Eine NGO hatte zuvor Alarm geschlagen, weil das Boot sein Ziel nicht erreicht hatte. Ein Flugzeug der EU-Grenzschutzagentur Frontex (zuständig für die Überwachung der EU-Außengrenzen) entdeckte es rund 40 Meilen südlich von Cabrera, woraufhin die Rettung eingeleitet wurde. Angehörige auf Ibiza versuchten gleichzeitig verzweifelt, Hilfe zu organisieren. Über WhatsApp-Nachrichten wie „Estamos en peligro. Nos vamos a ahogar“ („Wir sind in Gefahr. Wir werden ertrinken“) erfuhren sie, dass die Menschen an Bord in Todesangst waren. Fehlende Koordinaten erschwerten die Suche nach den Vermissten erheblich.
















