
Mit Beginn der Saison häufen sich auf Ibiza erneut Fälle von Mietbetrug. Davor warnt jetzt der Präsident des Immobilienverbands der kleinen und mittleren Unternehmen auf Ibiza und Formentera, Ricardo Sánchez. Laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera rät der Verband dringend dazu, ausschließlich mit offiziellen Immobilienagenturen mit physischem Büro auf der Insel zusammenzuarbeiten. Besonders wichtig sei es, niemals Geld zu überweisen, ohne die Wohnung oder das Zimmer vorher persönlich besichtigt zu haben. Zudem warnen die Experten davor, Zahlungen auf ausländische Konten vorzunehmen. Diese würden laut Sánchez häufig von Betrügern genutzt, um nicht zurückverfolgt werden zu können. Vor einer Reservierung oder Vertragsunterzeichnung sollten Interessenten außerdem immer ein schriftliches Dokument mit allen wirtschaftlichen Bedingungen und den Daten der Immobilie erhalten. Der Immobilienverband erklärt, dass die angespannte Wohnsituation auf Ibiza ein idealer Nährboden für Betrüger sei. Viele Menschen seien verzweifelt auf der Suche nach einer Unterkunft und würden deshalb vorschnell Geld überweisen. Auch die Polizei rät dazu, Angebote im Internet genau zu prüfen. Teilweise tauchen identische Wohnungen mit unterschiedlichen Angaben gleichzeitig auf mehreren Plattformen auf. Zudem sollten Interessenten niemals Portale verlassen, um Zahlungen über andere Wege abzuwickeln.
Neben Betrugsfällen bei der Wohnungssuche klagen inzwischen auch immer mehr Vermieter über massive Schwierigkeiten mit sogenannten Problem-Mietern oder „Inquiokupas“. Mehrere Familien schildern, dass sie ihre Wohnungen nach ausbleibenden Mietzahlungen kaum noch zurückbekommen. Eine Familie aus Platja d’en Bossa berichtet, sie habe ihre Wohnung ursprünglich nur für sechs Monate vermietet. Doch der Mieter habe schon bald erklärt, dass er nicht mehr ausziehen werde. Laut den Eigentümern seien Mietschulden und offene Nebenkosten inzwischen auf rund 15.000 Euro angewachsen. Hinzu kämen hohe Strom- und Wasserrechnungen. Besonders schwierig werde die Situation laut den Betroffenen dadurch, dass einige Mieter mit Kindern in den Wohnungen leben. Dadurch seien Räumungen deutlich komplizierter. Ein Eigentümer berichtet sogar von Bedrohungen und einer Anzeige nach einem Streit um ausstehende Mietzahlungen. Ein weiterer Vermieter erklärte der Zeitung, dass er seine Wohnung nach Ablauf des Mietvertrags verkaufen wollte. Obwohl der Mieter zuvor angekündigt hatte, die Insel zu verlassen, weigert er sich inzwischen auszuziehen. Auch in diesem Fall leben Kinder in der Wohnung. Viele Eigentümer sehen sich inzwischen rechtlich benachteiligt und überlegen, ihre Wohnungen künftig gar nicht mehr zu vermieten. Dadurch könnte sich die ohnehin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt der Insel weiter verschärfen.















