
Die zunehmende Nutzung der Küsten, der intensive Bootsverkehr, Abwassereinleitungen und die steigenden Meerestemperaturen setzen die Meeresökosysteme von Ibiza und Formentera immer stärker unter Druck. Besonders betroffen sind Arten, die für ihre Fortpflanzung ungestörte Rückzugsorte benötigen. Seevögel weichen deshalb zunehmend auf kleine Inseln aus, auf denen die menschliche Präsenz geringer ist, berichtet die Tageszeitung Diario de Ibiza. Auch die wachsende Zahl von Nestern der Unechten Karettschildkröte auf den Balearen ist nur auf den ersten Blick eine positive Entwicklung. In bisherigen Brutgebieten wie Griechenland, der Türkei oder Kap Verde wird der Sand durch den Klimawandel zunehmend zu heiß. Da die Temperatur die Geschlechterverteilung der Jungtiere beeinflusst, suchen die Schildkröten neue Plätze zur Eiablage. Ihre Rückkehr an die Strände von Ibiza und Formentera gilt daher zugleich als sichtbares Zeichen der globalen Erwärmung.
Kritisch bleibt zudem der Zustand der Posidonia-Wiesen, obwohl das balearische Schutzdekret seit acht Jahren in Kraft ist. Nach Angaben der Umweltorganisation Amics de la Terra werden jährlich mehr als 10.000 Kontrollen durchgeführt; rund zehn Prozent der überprüften Boote liegen falsch vor Anker und können dabei die Seegraswiesen beschädigen. Hinzu kommen unzureichend gereinigte Abwässer, Chemikalien, Plastik, Öle und Salzlauge aus Entsalzungsanlagen. Da das Meer 2025 stellenweise mehr als 30 Grad erreichte, fordert Amics de la Terra eine stärkere Überwachung des Küstengebiets, bessere Kläranlagen und eine deutliche Verringerung der nautischen Belastung.













