
Der nordamerikanische Tourismus etabliert sich zunehmend auf Ibiza – und das, obwohl es weiterhin keine Direktflüge aus den USA gibt. Wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera unter Berufung auf aktuelle Daten des SIT Eivissa berichtet, stellen Besucher aus den Vereinigten Staaten inzwischen 5,2 Prozent aller Urlauber auf der Insel und liegen damit auf Rang sieben der wichtigsten Herkunftsmärkte.
Angeführt wird die Statistik weiterhin vom Vereinigten Königreich mit 21,9 Prozent, gefolgt von Deutschland (14,7 Prozent), Italien (13,6 Prozent), Frankreich (11,4 Prozent) und den Niederlanden (6,5 Prozent). Auch Märkte wie die Schweiz, Belgien, Portugal, Österreich, Polen und Irland spielen eine relevante Rolle. Insgesamt reisten im vergangenen Jahr 4,56 Millionen Menschen per Flugzeug nach Ibiza – ein leichtes Plus von 0,62 Prozent gegenüber 2024. Der Fährverkehr hingegen verzeichnete deutliche Rückgänge, insbesondere in der Hochsaison: Die Zahl der Passagiere sank um 6,5 Prozent, die der Fahrzeuge um 5,95 Prozent.
Das Interesse an der Insel bleibt hoch. Der Begriff „Ibiza“ wurde in Flugsuchmaschinen mehr als 154 Millionen Mal eingegeben – ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch führten lediglich zwei Prozent dieser Suchanfragen tatsächlich zu einer Reise. Der durchschnittliche Kartenumsatz zwischen April und Oktober lag bei 369 Euro pro Aufenthalt. Im August betrug der durchschnittliche Preis für eine Unterkunft 390 Euro pro Nacht. Die übliche Aufenthaltsdauer liegt bei drei bis vier Tagen. 53 Prozent der Besucher sind Wiederholungsgäste.
Auch die Flugpreise wurden analysiert. Während Verbindungen aus EU-Ländern im Schnitt um 2,1 Prozent günstiger wurden, verteuerten sich Flüge aus anderen Teilen Spaniens deutlich um 18,4 Prozent.
Wirtschaftlich wuchs das Bruttoinlandsprodukt Ibizas 2025 um 3,3 Prozent. Gleichzeitig bleibt die starke Abhängigkeit vom Tourismussektor, der 84 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, ein strukturelles Risiko. Von den 96.607 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiteten 39 Prozent im Gastgewerbe. Die Inflation traf die Bewohner besonders bei Energie, Lebensmitteln und Steuern und führte trotz positiver Makrodaten zu einem spürbaren Kaufkraftverlust. Während Gastronomie leichte Umsatzeinbußen verzeichnete, blieben Handel, Konsum und Nachtleben stabil auf Vorjahresniveau. Laut SIT bewegt sich das wirtschaftliche Umfeld damit zwischen Robustheit und Verwundbarkeit, abhängig vom jeweiligen Sektor. Auch demografisch verändert sich die Insel. Von den 164.265 Einwohnern sind nur noch 38,8 Prozent auf den Balearen geboren. 32,8 Prozent stammen aus dem Ausland, 28,5 Prozent aus anderen Teilen Spaniens. Zudem ist die Bevölkerung vergleichsweise überaltert: 53 Prozent sind älter als 40 Jahre.












