
Auf großes Unverständnis ist bei Medizinern auf Ibiza und Formentera die Aussage der balearischen Gesundheitministerin Patricia Gómez gestoßen, die beiden Inseln seien „ein attraktiver Arbeitsort“, der eine Vielzahl von Medizinern aus ganz Spanien anziehe. Der Sprecher der Ärztegewerkschaft Simebal (Sindicato Médico Balear), Carlos Rodríguez Ribas, warf der Politikerin am Freitag vor, „auf einer Wolke“ zu leben. Wie schlecht es um die angebliche Attraktivität der Inseln stehe, verdeutliche der letzte Ausschreibungsprozess für 31 offene Stellen, gibt ihn die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera wider. „Nur zwei Mediziner entschieden sich, nach Ibiza zu kommen“, so Rodríguez. Die Gewerkschaft plädiere schon lange dafür, Ibiza und Formentera offiziell als Arbeitsorte auszuweisen, die nur schwer vermittelbar seien. Dadurch würden zusätzliche finanzielle Möglichkeiten geschaffen werden, dringend benötigtes Personal vom Festland auf die Inseln zu locken.
Hingegen gab der Gewerkschaftssprecher zu, dass sich in den zurückliegenden Monaten die Lage in den Gesundheitszentren gebessert habe. Die Zahl der Patienten, die Hausärzte dort zu betreuen haben, sei merklich zurückgegangen. In den Krankenhäusern, so Rodríguez, sei die Situation jedoch weiterhin „sehr kritisch“. Hier fehlten zahlreiche Fachärzte, insbesondere Onkologen und Anästhesisten. Bei Letzteren seien derzeit nur elf der 24 Planstellen besetzt.










