
Auf Ibiza fehlt weiterhin ein Tierkrematorium, obwohl der Bedarf seit Jahren bekannt ist. Konkrete Projekte existieren nicht, sodass die Diskussion bislang auf politischer Ebene stecken geblieben ist. Aktuell bleiben Tierhaltern nur zwei legale Optionen: die Entsorgung im Müll oder die teure Einäscherung auf Mallorca, berichtet die Tageszeitung Diario de Ibiza. Zwar hatte der Inselrat bereits 2024 einstimmig den Bau eines Krematoriums und Tierfriedhofs befürwortet, doch es fehlt an der Umsetzung. Nach Angaben der Verwaltung liege die Zuständigkeit bei den Gemeinden oder privaten Trägern, während der Inselrat lediglich Flächen bereitstellen könne. Damit bleibt das Vorhaben bislang ohne konkrete Fortschritte.
Die fehlende Infrastruktur führt dazu, dass sich auf der Insel mehrere illegale Tierfriedhöfe entwickelt haben, zum Beispiel in sa Caleta. Dort erstrecken sich mittlerweile zahlreiche Gräber von Hunden und Katzen in einem geschützten Naturgebiet, teilweise mit aufwendig gestalteten Grabstätten aus Steinen, Kreuzen, Fotos oder persönlichen Gegenständen. Die Behörden sehen darin ein wachsendes Problem, denn die Ansammlungen von Gräbern führe zu erheblichen Umweltproblemen, darunter Verschmutzung, Gesundheitsrisiken und sogar Brandgefahr durch Kerzen oder zurückgelassene Materialien. Zudem handele es sich um privates und geschütztes Gelände, auf dem Bestattungen gesetzlich verboten sind. Nach geltenden Vorschriften müssen verstorbene Haustiere fachgerecht entsorgt oder eingeäschert werden. Die Möglichkeit, ein Tier im Müll zu entsorgen, stößt jedoch bei vielen auf Unverständnis und wird als unwürdig empfunden. Auch die hohen Kosten der Einäscherung verstärken das Problem. Trotz wiederholter politischer Initiativen und wachsender öffentlicher Debatte ist derzeit keine Lösung in Sicht. Die Situation bleibt damit für viele Tierhalter eine belastende Herausforderung, während gleichzeitig Umwelt- und Rechtsfragen ungeklärt sind, so die Tageszeitung.















