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Jetzt spricht DJ Álex

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Abbildung von Bleha auf dem Cover von XMAG, dem Magazin, das er Ende der 1990er-Jahre gründete. Foto: Jerónimo Marín, Periódico de Ibiza y Formentera

DJ Álex lebte seit 13 Jahre in einer Höhle von Punto Galera. Nun muss er nach der angeordneten Räumung ausziehen. (Wir berichteten in unserer Presseschau, Anm. d. Red.). Die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera hat in ihrer heutigen Ausgabe ein exklusives Interview mit dem ehemaligen DJ veröffentlicht:

Sie leben seit 13 Jahren in dieser Höhle. Jetzt sollen Sie gehen. Wie kam es dazu?
Vor einigen Tagen erhielt ich die Mitteilung, dass ich zwei Wochen Zeit habe, die Höhle zu räumen. Ich denke, ich werde früher gehen, vielleicht schon Ende dieser Woche.

Gab es zuvor Probleme mit der Polizei oder Versuche, Sie zu vertreiben?
Nein. Nie in dieser Form.

Ein Video in den sozialen Netzwerken mit hoher Reichweite hat die Situation verändert. Wie sehen Sie das?
Technologie ist wie ein Messer. Man kann damit Brot schneiden – oder Schaden anrichten. Das Internet ist in den letzten Jahren zu einer Waffe geworden. Es gibt viel Desinformation. Ich habe Veranstaltungen für Millionen Menschen organisiert, war mit internationalen Acts unterwegs. Früher hatte Falschaussagen juristische Konsequenzen. Heute kann jeder alles veröffentlichen, ohne Verantwortung zu übernehmen. Mit Klickzahlen lässt sich Geld verdienen.

Sie waren in Tschechien eine bekannte Figur der elektronischen Szene. Wie kam es zu diesem Bruch?
Die Finanzkrise 2008 und der Wandel der Medienlandschaft haben meine Zeitschrift zerstört, Stürme meine Festivals. Ich verlor Einnahmen – aber das war nicht das eigentliche Problem. 2013 erhielt ich die Diagnose Blut-Sarkom. Man gab mir wenige Monate. Nach dem Winter in Tschechien folgte ich 2014 meiner Intuition und kam nach Ibiza. Arbeit zu finden war mit fast 50 nicht einfach. Nachdem ich meine Unterkunft verlor, zog ich am 9. September 2014 in diese Höhle.

Es gibt Kritik, dass Sie hier in einem sensiblen Naturraum leben und Veränderungen vorgenommen hätten.
In dieser Höhle wird seit Hunderten von Jahren gelebt. Ich habe nichts baulich verändert. Im Gegenteil: Ich halte das Gebiet sauber. Viele Besucher hinterlassen Müll. Ich sammle ihn ein. Die Höhle ist so, wie sie 2014 war.

Wie geht es Ihrer Gesundheit heute?
Ich hatte großes Glück. In Ibiza erhielt ich im Krankenhaus Can Misses acht Zyklen Chemotherapie. Ich bin geheilt. Man sagte mir damals, die Krankheit sei zu 100 Prozent tödlich. Dass ich noch lebe, ist außergewöhnlich.

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Bleha, während des Interviews. Foto: Jerónimo Marín, Periódico de Ibiza y Formentera

Sie haben zudem Ihr linkes Auge verloren.
Ja, durch eine schwere Infektion.

Wie haben Sie die starken Winterstürme hier erlebt?
Es ist weniger die Kälte, eher die Feuchtigkeit und der Wind. Dieser Winter war besonders lang.

Wie organisieren Sie Ihren Alltag?
Im Winter koche ich mit einer kleinen Grillvorrichtung, im Sommer mit einer Camping-Gasflasche. Ich koche sehr gern.

Was passiert jetzt? Haben Sie eine Alternative?
Ich hoffe auf etwas mehr Zeit. Ich habe Aussicht auf ein journalistisches Projekt im Frühjahr. Außerdem habe ich ein Zimmer in der Nähe von Punta Galera in Aussicht.

Was wünschen Sie sich von der Gesellschaft auf Ibiza?
Ich mag die Multikulturalität hier. Ich möchte bleiben – aber nicht illegal.

Wie blicken Sie persönlich auf diesen Einschnitt?
Ich sollte seit neun Jahren tot sein. Diesen Ort verbinde ich mit meinem Überleben. Aber man darf sich nicht gegen Veränderungen wehren. Meine Eltern sind gestorben, ich bin allein. Jetzt bin ich bereit für einen neuen Abschnitt.

 

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