
Nur wenige Wochen nach dem Start seiner ersten Ibiza-Residency war der internationale Star der elektronischen Musik John Summit zu Gast bei m Radiosender Ibiza Global Radio. Dort sprach er über seine Veranstaltungsreihe „Experts Only“, die noch bis zum 27. Juli jeden Montag im [UNVRS] stattfindet, über die kreative Energie der Insel, seinen rasanten Aufstieg vom Buchhalter zu einem der bekanntesten Namen der elektronischen Musikszene und darüber, warum ihm die Gemeinschaft hinter einer Veranstaltung genauso wichtig ist wie die Party selbst, wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet.
Herzlichen Glückwunsch zu deiner Residency „Experts Only“ im [UNVRS]. Wie fühlt es sich an, dieses neue Kapitel auf Ibiza zu beginnen?
Es ist absolut unglaublich. In den USA komme ich normalerweise in eine Stadt, spiele meinen Auftritt und reise weiter. Hier auf Ibiza habe ich das Gefühl, wirklich einen Lebensstil aufzubauen. Schon als Kind habe ich Videos von Ibiza gesehen und davon geträumt, eines Tages selbst hier aufzulegen. Eine eigene Residency zu haben, ist für mich ein großer Traum. Und dass sie im [UNVRS] stattfindet, macht es noch besonderer.
Was unterscheidet eine Residency von einem einzelnen Auftritt?
Ich bin ein Perfektionist. Nach jeder Nacht denke ich bereits darüber nach, wie die nächste noch besser werden kann. Mit meiner Residency kann ich mein eigenes Universum erschaffen – mit eigener Produktion, Visuals, Tänzern und Musik. Ich spiele hier auch Tracks, die man auf Ibiza normalerweise nicht hört. Das war anfangs ein Risiko, aber bislang funktioniert es sehr gut.
Welche Momente sind dir nach den ersten Wochen besonders in Erinnerung geblieben?
Die erste Nacht war noch sehr typisch für meinen Stil. Inzwischen geht es bei „Experts Only“ stärker um Clubmusik und darum, neue Künstler vorzustellen. Ich spiele längere Sets von etwa drei Stunden, was mir sehr gefällt. Letzte Woche habe ich bis sechs Uhr morgens aufgelegt und der Club war bis zum Schluss voll. Diese Energie der Menschen auf Ibiza ist wirklich beeindruckend.
Was sollen die Besucher erleben, wenn sie zu „Experts Only“ kommen?
Natürlich sollen sie die Party genießen. Vor allem möchte ich aber, dass sie sich mit der Musik und mit den Menschen um sie herum verbunden fühlen. Das Gefühl von Gemeinschaft ist für mich genauso wichtig wie die Veranstaltung selbst.
Erinnerst du dich an deinen ersten Auftritt auf Ibiza?
Natürlich. Damals spielte ich im Eden bei Veranstaltungen von Repopulate Mars und Defected. Besonders Defected hat meine Karriere geprägt. Als mein Track „Deep End“ 2020 veröffentlicht wurde, bekam ich plötzlich Unterstützung von BBC Radio 1 und hörte Pete Tong meine Musik spielen. Für jemanden aus den Vororten von Chicago war das völlig surreal.
Welche Bedeutung hat die eigene Residency für dich persönlich?
Es ist die Bestätigung, dass wir es geschafft haben. Ich bin erst 31 Jahre alt und gehöre damit auf Ibiza noch zur jüngeren Generation. Die Insel braucht neue Gesichter und frische Ideen. Genau das möchten wir mit „Experts Only“ einbringen.
Wie hat Ibiza dich kreativ beeinflusst?
Sehr stark. Nach Jahren intensiver Tourneen in den USA war ich kreativ etwas ausgelaugt. Seit ich hier bin, entstehen ständig neue Ideen. Diese Insel hat eine besondere Atmosphäre, die man kaum erklären kann. Sie inspiriert mich jeden Tag aufs Neue.
Wie sieht für dich ein perfekter freier Tag auf Ibiza aus?
Morgens an den Strand gehen, im Meer schwimmen, laufen oder trainieren. Vielleicht eine Wanderung machen und später gut essen. Danach würde ich Musik hören oder selbst produzieren. Ich suche ständig nach neuen Eindrücken.
Dein neues Album „CTRL ESCAPE“ ist gerade erschienen. Worum geht es darin?
Mein erstes Album handelte vom Umgang mit dem plötzlichen Erfolg. „CTRL ESCAPE“ erzählt die Geschichte meines Ausstiegs aus dem Beruf als Buchhalter und meines Weges in die Musik. Es beschreibt die Veränderung, die mein Leben geprägt hat, und die Freiheit, die daraus entstanden ist.
Wie wichtig ist Verletzlichkeit in deiner Musik?
Sehr wichtig. Als Künstler muss man einen Teil seiner Seele offenlegen. Viele produzieren Musik nur für die Party, und das ist völlig in Ordnung. Aber ich finde, echte Künstler müssen auch persönliche Geschichten erzählen. Gleichzeitig brauche ich die Balance zwischen emotionalen Momenten und Tracks für die Tanzfläche.
Wie hältst du bei diesem Lebensstil die Balance?
Sport hilft enorm. Außerdem brauche ich Menschen um mich herum, die ehrlich zu mir sind. Man darf sich nicht nur mit Leuten umgeben, die einem ständig zustimmen. Gute Freunde sorgen dafür, dass man auf dem Boden bleibt.
Welche Ziele hast du langfristig?
Ich möchte Filmmusik komponieren. Hans Zimmer ist eine meiner größten Inspirationen. Dieses Feld fasziniert mich schon lange und ich hoffe, es irgendwann mit meinen Tourneen verbinden zu können.
Was können Besucher bei „Experts Only“ erleben, das sie anderswo nicht finden?
Authentizität. Wir möchten Menschen zusammenbringen. Deshalb organisieren wir zusätzlich Laufgruppen, Wanderungen und Strandreinigungen. Die Party ist wichtig, aber letztlich geht es darum, echte Verbindungen zu schaffen, die länger halten als eine Nacht.
Was hat euch zu der jüngsten Strandreinigung auf Ibiza inspiriert?
Vor einigen Tagen waren wir mit meinem Team auf dem Weg zu einem abgelegenen Strand. Dort fanden wir große Mengen an Mikroplastik und angeschwemmtem Müll vor. Es war erschütternd zu sehen, wie selbst die unberührtesten Orte von Umweltverschmutzung betroffen sind. Wir sind hier nur Gäste auf der Insel und wollten etwas zurückgeben. Gemeinsam mit Ibiza Hike Station haben wir deshalb 25 Menschen mobilisiert, um den Strand zu säubern. Für mich zeigt das, dass Gemeinschaft nicht nur auf der Tanzfläche entsteht, sondern auch durch gemeinsames Handeln.











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