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Gemeinde Sant Antoni war eines ihrer Opfer

Internationalen Ermittlern zerschlagen berüchtigte Hacker-Bande

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Foto: Periódico de Ibiza y Formentera

Der Hacker-Organisation LockBit, die vor etwa zwei Wochen die Serverinfrastruktur der Gemeinde Sant Antoni (ILR berichtete) gekapert hatte, ist es nun selbst an den Kragen gegangen. Laut einer Meldung der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera zerschlugen die russische Hacker-Bande jetzt internationale Strafverfolgungsbehörden im Rahmen einer gemeinsamen Aktion. Ein Sprecher der britischen National Crime Agency (NCA) bestätigte gegenüber dem Sender Sky News die Zerschlagung von LockBit. Gleichzeitig hieß es, die Operation dauere derzeit noch an. Bei dem internationalen Vorgehen gegen die Hacker-Organisation waren Europol sowie Strafverfolgungsbehörden aus Deutschland, Frankreich, Schweden, Finnland, der Schweiz, Kanada, Australien, Japan und den Niederlanden beteiligt.

Unter der Federführung der NCA drangen die internationalen Ermittler bis zur Webseite der Hacker vor. Auf der Startseite hinterließen die Strafverfolger eine klare Nachricht an die Hacker und ihre Fangemeinde: „Diese Webseite steht jetzt unter der Kontrolle der National Crime Agency des Vereinigten Königreichs, die eng mit dem FBI und der internationalen Strafverfolgungs-Task Force Operation Cronos zusammenarbeitet.“ Allerdings scheint sich LockBit Medienberichten zufolge gegen einen entsprechenden Schlag der Fahnder vorbereitet zu haben. So soll den Strafverfolgern der Zugang zu den Backup-Servern der Hacker-Organisation verwehrt geblieben sein.

Zur Erinnerung: Vor wenigen Tagen waren die Server der Gemeindeverwaltung Sant Antoni Ziel eines Hacker-Angriffs von LockBit geworden. Mithilfe von Ransomware hatte LockBit über Nacht die Kontrolle über zahlreiche ans Internet angeschlossene Computer der Kommune übernommen. Diese sah sich gezwungen, sämtliche Dienste herunterzufahren und Bewohner der Gemeinde tagelang ausschließlich über Telefon und persönlich in den Rathäusern zu betreuen. Wenige Wochen zuvor widerfuhr der Gemeinde Calvià auf Mallorca ein ähnliches Schicksal. Dort ging Medienberichten zufolge zudem eine Lösegeldforderung in Höhe von zehn Millionen Euro ein.

Dass es sich bei LockBit keineswegs um einen kleinen Fisch handelte, belegte das Ausmaß der internationalen Ermittlungen. Nach Darstellung der britischen Cybersicherheitsbehörde NCSC war die Software der Hacker-Gruppe 2022 die „weltweit am häufigsten eingesetzte Ransomware-Variante“. Weiter hieß es, von LockBit gehe „eine dauerhafte Bedrohung“ aus. Die Gemeinden Sant Antoni und Calvià dürfen sich guter Gesellschaft wissen: Die russischen Hacker sollen unter anderem an der Attacke auf den britischen Postdienstleister Royal Mail beteiligt gewesen sein.

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