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Regierungskrise auf Formentera

In Ungnade gefallener Inselratspräsident will „nichts Illegales“ gemacht haben

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Foto: Periódico de Ibiza y Formentera

Die seit Ende vergangenen Jahres andauernde Regierungskrise auf Formentera ist in die nächste Runde gegangen. Nach dem offenen Bruch zwischen Inselratspräsident Llorenç Córdoba (inzwischen parteilos) und seiner ehemaligen Regierungsmannschaft des Bündnisses Sa Unió sind jetzt erstmals Mitschnitte eines Krisengesprächs vom 1. Dezember an die Öffentlichkeit gelangt. Das Gespräch, so die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera unter Berufung auf die Audioaufnahmen, fand kurz nach Bekanntwerden von Córdobas Erpressungsversuchs gegenüber der balearischen Regierungschefin Marga Prohens (Volkspartei, PP) statt. Darin soll der Inselratspräsident einstimmigen Medienberichten zufolge die Unterstützung der konservativen Minderheitsregierung im Landtag von einer monatlichen Bonuszahlung in Höhe von 4.000 Euro abhängig gemacht haben. Der Inhalt des vertraulichen Gesprächs mit Prohens gelangte an die Presse, der Skandal nahm seinen Lauf.

Aus den jetzt veröffentlichten Aufnahmen geht der Zeitung zufolge hervor, dass Córdoba gegenüber seinen Kabinettsmitgliedern zugab, in „finanziellen Schwierigkeiten“ zu sein. Im Gespräch mit Prohens habe er eine Möglichkeit gesehen, aus dieser Schieflage mit Bonuszahlungen herauszukommen. Er habe dies insbesondere für seine Familie getan, wird Córdoba zitiert. Seiner Regierungsmannschaft wirft er in dem Gespräch vor, der Angelegenheit zu viel Beachtung zu schenken. „Eine Regierung wegen dieser Sache aufs Spiel zu setzen, das kann nicht euer Ernst sein!“ Einer Forderung nach Rücktritt erteilt Córdoba eine klare Absage, auch, weil er sich keiner Schuld bewusst sein will. Es sei ihm nicht einfach gefallen, bei der Ministerpräsidentin um mehr Geld vorstellig zu werden. „Aber ich habe nichts Illegales gemacht, nichts Schlechtes.“

Seine damaligen Kabinettsmitglieder sahen das offenbar anders. Mit seinem Verhalten kompromittiere Córdoba die Arbeit der Inselregierung, soll der für Tourismus verantwortliche Dezernent Artal Mayans gesagt haben. „Wenn du aus persönlichen Gründen mehr Geld forderst, dann hat das letztlich Folgen für uns alle.“ Im Verlauf des Gesprächs, so die Zeitung, soll Córdoba mehrmals deutlich gemacht haben, dass für ihn ein „Rücktritt aus politischen Gründen“ nicht infrage komme. Sollte er sich tatsächlich einmal etwas zuschulden kommen lassen, „dann werde ich hier weg sein“. Schließlich soll der Inselratspräsident auch markigere Worte gewählt haben, die die Zeitung in die Nähe von „Drohungen“ rückte. Er werde nicht zulassen, dass er und seine Familie wegen solch einer „belanglosen Geschichte“ mit Schmutz beworfen würden. „Ihr grabt euch als Partei euer eigenes Grab. Ich werde nicht als Verlierer den Platz verlassen.“

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