
Auf dem International Music Summit (IMS) auf Ibiza wurde klar. Die elektronische Musikbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen durch Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet. Während der Veranstaltungtage im Hotel Mondrian in Cala Llonga diskutierten Branchenvertreter die Zukunft der Musikindustrie und die Rolle neuer Technologien. Der Analyst Mark Mulligan stellte im Rahmen des IMS Business Report 2025/26 fest, dass sich die Dynamik der Branche stark verschoben hat. Künstler würden heute häufig zuerst online viral gehen, bevor sie außerhalb des Internets bekannt werden. Labels setzen zunehmend auf neue Strategien, indem sie Künstler zunächst auf Plattformen wie Spotify sichtbar machen und erst später gezielt veröffentlichen, um eine stabile Fanbasis aufzubauen. Ein zentrales Thema war die wachsende Bedeutung von generativer KI, die laut Mulligan inzwischen als „strukturelle Notwendigkeit“ gilt. Nutzer solcher Technologien seien deutlich aktiver im Musikmarkt: Sie kaufen häufiger Musik und besuchen mehr Konzerte. Diese Entwicklung gehe einher mit einem generellen Trend, bei dem immer mehr Menschen selbst kreativ tätig werden – sei es durch Musikproduktion, Software oder KI-Anwendungen. Gleichzeitig betonten die Teilnehmer die Bedeutung menschlicher Faktoren. Steven Braines unterstrich, dass KI ohne den menschlichen Kontext nicht bestehen könne und forderte im Sinne des diesjährigen Mottos „Reclaim the Dancefloor“ eine Rückbesinnung auf die kulturelle Essenz der Clubszene. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage der Diversität. Braines plädierte für offene und inklusive Tanzflächen, auf denen Menschen unabhängig von Herkunft, Körperbild, Alter oder Identität zusammenkommen. Vielfalt sei nicht nur eine Herausforderung, sondern ein entscheidender Faktor für Wachstum, neue Zielgruppen und wirtschaftlichen Erfolg. Auch gesellschaftliche Themen wurden offen diskutiert. Rassismus, Homophobie, Diskriminierung und soziale Ausgrenzung seien weiterhin präsent, doch die Branche arbeite aktiv daran, die Clubkultur zu einem sichereren und integrativeren Raum zu machen.















