
Jeden Winter verwandelt sich die Finca Las Cicadas in der Nähe von Santa Gertrudis in einen Rückzugsort für internationale Künstlerinnen und Künstler. Die touristische Villa wird seit 2024 jedes Jahr für mehrere Wochen als Künstlerresidenz genutzt und bietet Raum für kreatives Arbeiten inmitten der ibizenkischen Landschaft, so die Tageszeitung Diario de Ibiza. Initiiert wurde das Projekt von den Betreibern des ländlichen Anwesens mit restauriertem payesischem Haus: Tavis Buschman, Nora Bullerjahn und Sarah Suco Torres. Ihr Ziel war es, während der Wintermonate Unterkunft und Arbeitsräume für Kulturschaffende bereitzustellen.
Die vierte Ausgabe der Residenz startete am 12. Januar mit mehreren Neuerungen. Die wichtigste: Erstmals beteiligt sich Corinthian Contemporary Art Partnership (CCAP) als privater Förderer. Die Initiative unterstützt aufstrebende künstlerische Talente und wurde von dem Investor Charles Bromley gegründet, der über mehr als 35 Jahre Erfahrung auf den Finanzmärkten verfügt. Dank dieser Unterstützung nehmen in diesem Jahr neun Künstler aus sieben Ländern teil – so viele wie noch nie. Drei von ihnen sind in Sant Rafel in den Räumen von CCAP untergebracht, die übrigen sechs wohnen direkt auf der Finca in Santa Gertrudis. Wie bereits im Vorjahr kooperiert auch die Kunstmesse CAN Art Fair Ibiza mit dem Projekt und vergibt einen Ankaufs‑ und Residenzpreis. Im Juni 2025 wurden im Rahmen der von Sergio Sancho initiierten Kunstmesse Jamie Bragg und Rob Tucker ausgezeichnet. Tucker, gebürtig aus Neuseeland, gehört zu den diesjährigen Teilnehmern.
Zu den weiteren Künstlern dieser Ausgabe zählen Louis Appleby (Vereinigtes Königreich), Charles Burnex (Frankreich), Georgia Dymock (Vereinigtes Königreich), Lena Marie Emrich (Deutschland), Natalya Gudovich (Russland), Tom Krol (Deutschland), Olivia Maria Rus (Schweden) sowie Apolonia Sokol (Frankreich), die als Einzige noch nicht auf Ibiza eingetroffen ist. Die Teilnehmer wurden über eine öffentliche Ausschreibung ausgewählt. Nach Angaben von Sarah Suco gingen rund 300 Bewerbungen ein.
Auch wenn die Organisatoren das Projekt künftig gern für lokale Künstlerinnen und Künstler öffnen würden, sei dies bislang nicht gelungen. „Mein Traum wäre es, dass jemand von der Insel hier arbeitet, aber bislang gab es kein Interesse“, erklärt Suco. In diesem Jahr gibt es zudem zwei besondere Gastkünstlerinnen, die zwar nicht ais Ibiza stammen, aber auf den Pityusen leben. Eine von ihnen ist Maija Carr, eine finnisch‑britische Textildesignerin, die Wandteppiche aus natürlichen Materialien der Insel anfertigt und derzeit in einem der beiden Ateliers arbeitet. Die zweite ist Kathryn García, eine in Los Angeles geborene US‑Amerikanerin, die seit einem Jahr auf Ibiza lebt. Sie präsentiert im Innenhof der Finca zwei Skulpturen aus Edelstahl in Form von Pyramiden, die sie als „Tempel der Transformation“ versteht. „Mit jeder Ausgabe versuchen wir, das Projekt weiterzuentwickeln – mit höherem Budget, besserer Qualität und mehr gemeinsamen Abendessen, um die Künstler mit der lokalen Gemeinschaft zu vernetzen“, erklärt Suco. Die aktuelle Residenz dauert sechs Wochen und damit eine Woche länger als im Vorjahr. Bevor die Residenz am 23. Februar endet, ist ein Open‑Studio‑Tag auf Einladung geplant, und zwar am 21. Februar, bei dem alle neun Künstler ihre Arbeiten präsentieren. Wer die Residenz zuvor besuchen möchte, kann dies nach Anmeldung per E‑Mail an art@lascicadas.com tun.












