
Ibiza und Formentera haben im Jahr 2024 als einzige Inseln der Balearen mehr Geburten als Todesfälle verzeichnet. Wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera unter Berufung auf aktuelle Daten des spanischen Statistikamts INE berichtet, bewahren diese beiden Inseln den Archipel vor einem demografischen Einbruch – zusätzlich gestützt durch die Zuwanderung aus anderen Regionen Spaniens und aus dem Ausland.
Die Zahlen zeigen, dass in 41 von 67 Gemeinden der Balearen mehr Menschen starben als geboren wurden. Insgesamt gewann der Archipel im vergangenen Jahr lediglich 66 auf den Inseln geborene Einwohner hinzu. Ibiza verzeichnete dabei einen positiven Saldo von 326 Personen, Formentera von 24. Dagegen registrierten Menorca 128 Todesfälle mehr als Geburten, Mallorca 156. Auf Ibiza wiesen alle Gemeinden ein positives natürliches Bevölkerungswachstum auf. Den höchsten Zuwachs verzeichnete Vila mit 120 mehr Geburten als Todesfällen, gefolgt von Santa Eulària (91), Sant Josep (59), Sant Antoni (46) und Sant Joan mit zehn. Die Schlussfolgerung: Ohne Zuwanderung hätte die Bevölkerung der Balearen nahezu stagniert. Der aktuelle demografische Wandel ist kein neues Phänomen, sondern setzt sich seit mehr als einem Jahrzehnt fort. Die Geburtenrate sinkt, während die Sterblichkeit infolge der Alterung der Bevölkerung steigt. Ein erheblicher Teil der Neugeborenen stammt zudem aus Familien, die in den vergangenen Jahren auf die Inseln gezogen sind.
Fachleute für Humangeografie warnen seit Langem vor den Folgen dieser Entwicklung: eine Gesellschaft mit weniger jungen Menschen, mehr Senioren und einem wachsenden Ungleichgewicht zwischen Erwerbstätigen und Abhängigen. Einigkeit besteht darüber, dass insbesondere Mallorca und Menorca in eine Phase eingetreten sind, in der das Bevölkerungswachstum nicht mehr durch Geburten, sondern fast ausschließlich durch Migration getragen wird. Dies erfordere eine langfristige Planung öffentlicher Politik in den Bereichen Wohnraum, Integration, Bildung und Pflege. Zum 1. September 2025 zählten die Balearen 1.255.061 Einwohner. Das entspricht einem Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 0,9 Prozent im Jahresvergleich. Der Zuwachs von 11.540 Personen binnen eines Jahres ist fast vollständig auf Zuwanderung zurückzuführen.
Der sogenannte demografische Winter betrifft ganz Spanien. Neben den Balearen verzeichneten 2024 nur Murcia und Madrid mehr Geburten als Todesfälle. Besonders negative Bilanzen meldeten unter anderem Galicien, Kastilien-León, Katalonien, Andalusien und die Region Valencia, jeweils mit einem natürlichen Bevölkerungsrückgang von über 10.000 Personen.














