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Ibiza und die künstliche Intelligenz

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Ein Foto vom Ibiza Tech Forum.| Foto: Moisés Copa, Periódico de Ibiza y Formentera

Beim Ibiza Tech Forum trafen sich Politiker, Unternehmer, Investoren und internationale Technologiekonzerne, um über die digitale Zukunft der Balearen zu diskutieren. Die vierte Ausgabe des Forums fand im Auditorium Caló de s’Oli statt und zog Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Verwaltung an. Im ersten Panel standen vor allem die Themen Innovation, Digitalisierung und die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen im Mittelpunkt. Bürgermeister Vicent Roig erklärte, Innovation dürfe kein Luxus für wenige Menschen bleiben, sondern müsse Teil des Alltags werden. Gleichzeitig warnte er vor der weit verbreiteten Angst vor Technologie und davor, künstliche Intelligenz nur als Bedrohung wahrzunehmen. Laut Angaben der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera diskutierten Vertreter des balearischen Innovationsministeriums, von Telefónica sowie der Organisation Madrid Capital Mundial darüber, wie digitale Infrastruktur und moderne Datennutzung die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen verändern. Besonders betont wurde die Bedeutung gemeinsamer Datenplattformen, mit denen Tourismusströme, Verkehrsaufkommen oder Dienstleistungen künftig effizienter gesteuert werden könnten. Nach Angaben der Balearenregierung wurden bereits mehr als acht Millionen Euro in Innovationsprojekte für kleine und mittlere Unternehmen investiert. Zudem entsteht mit dem Centre BIT Ibiza in Sa Coma ein neues Technologiezentrum zur Förderung lokaler Talente und Start-ups.

Ein zentraler Schwerpunkt des Forums war das Thema Künstliche Intelligenz und die Präsentation der sogenannten „vorhersehenden Stadt“. Es wurde ein digitaler Zwilling vorgestellt, der mithilfe von künstlicher Intelligenz und Echtzeitdaten verschiedene Bereiche des öffentlichen Lebens simulieren kann. Das System zeigt auf einer interaktiven Karte zahlreiche Ebenen gleichzeitig an – darunter Buslinien, Wasserverbrauch, Bevölkerungsdichte, Verkehrsflüsse oder andere Faktoren, die das Leben in Städten beeinflussen. Die Experten erklärten, dass bereits kleine Veränderungen große Auswirkungen haben könnten. So könne das System beispielsweise simulieren, was passiert, wenn eine Bushaltestelle entfernt oder verlegt wird. Der Architekt Javier Bono von der Polytechnischen Universität Valencia warnte, dass schon der Wegfall einer einzigen Haltestelle eine Geschäftszone wirtschaftlich schwächen könne. Der digitale Zwilling soll künftig helfen, politische Entscheidungen bereits vor ihrer Umsetzung realitätsnah zu testen. Die künstliche Intelligenz verarbeitet dafür große Mengen anonymisierter Daten und erstellt verschiedene Szenarien, um die effizienteste Lösung für Stadtplanung und Infrastruktur zu finden. Auch die Wohnungsproblematik auf Ibiza wurde thematisiert. Deloitte-Berater Javier Villamarín erklärte, dass sich mit der Technologie künftig exakt analysieren lasse, wie viele Wohnungen leer stehen, vermietet werden oder wie viele junge Erwachsene noch bei ihren Eltern leben. Bürgermeister Vicent Roig verwies zudem auf mögliche Anwendungen in Sant Josep. Mit dem System könne beispielsweise geprüft werden, ob eine bestimmte Gegend genügend Wasser- oder Stromkapazitäten hätte, um ein neues Gebäude mit 100 Bewohnern zu versorgen. Gleichzeitig könnten sich wichtige Indikatoren zur Lebensqualität künftig in Echtzeit aktualisieren.

Zusätzlich kündigte die Balearenregierung ein neues Datengesetz an, das die Grundlage für den weiteren Ausbau künstlicher Intelligenz bilden soll. Parallel dazu entsteht auf Mallorca ein neues Supercomputing-Zentrum mit einer Rechenleistung, die laut den Verantwortlichen mit bis zu 1.700 gleichzeitig laufenden Laptops vergleichbar sei. Auch Unternehmen auf Ibiza sollen Zugang zu dieser Infrastruktur erhalten. Ein weiteres großes Thema war die zukünftige Sicherheitstechnik in Sant Josep. Bürgermeister Roig kündigte an, dass die Gemeinde derzeit an einem System mit autonomen Überwachungsdrohnen sowie 28 zusätzlichen Kameras arbeite. Mithilfe moderner Datenauswertung sollen künftig Menschenströme, Verkehrsaufkommen oder mögliche Gefahrenlagen in Echtzeit erkannt werden. Roig betonte dabei, dass viele Menschen zunächst an Überwachung und Eingriffe in die Privatsphäre denken würden, obwohl die Technologie gleichzeitig erhebliche Vorteile für Sicherheit, Verkehrsplanung und Katastrophenschutz bieten könne. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit, Menschenansammlungen oder Evakuierungen bei Bränden schneller koordinieren zu können. Im weiteren Verlauf des Ibiza Tech Forum diskutierten Vertreter aus Mexiko, Investoren, Medienunternehmen wie Linkedin und Euronews sowie Experten aus der Mobilitätsbranche über nachhaltigen Tourismus, moderne Stadtentwicklung und neue Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter. Besonders hervorgehoben wurde die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz für Verwaltung, Wirtschaft und urbane Planung auf den Inseln.

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