
Der Begriff „Ibicificación“, frei übersetzt etwa „Der Ibiza-Effekt“, taucht laut der Tageszeitung Diario de Ibiza immer häufiger in Medien und sozialen Netzwerken auf – und er sorgt vor allem in aufstrebenden Tourismusregionen für Unruhe. Das neue Schlagwort, das den Namen Ibiza in negativem Kontext verwendet, beschreibt die übermäßige touristische Nutzung, den intensiven urbanistischen Ausbau, den Verlust lokaler Identität und die Verdrängung der Bevölkerung durch steigende Lebenshaltungskosten.
Ibiza ist für viele seiner Vorzüge bekannt – Sonne, Strände, Nachtleben, so die Tageszeitung. Doch ebenso berüchtigt sei die dramatische Wohnungsnot, die inzwischen dazu geführt hat, dass Tausende die Insel verlassen mussten, darunter viele qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig entstanden über die gesamte Insel verteilt illegale Siedlungen, in denen Menschen leben, die trotz regulärer Arbeit die Mieten nicht mehr bezahlen können.
Diese Gentrifizierung, die ein grundlegendes sozioökonomisches Gleichgewicht zerstört, wird mittlerweile auch in anderen Regionen Spaniens gefürchtet. Medien warnen, dass sich touristisch attraktive Gebiete in ein zweites Ibiza verwandeln könnten – ein Prozess, der nun unter dem Begriff „Ibicificación“ diskutiert wird. Besonders im Raum der Pyrenäen sei die Sorge greifbar: Berichte über Beschäftigte, die in Wohnwagen leben müssen, weil reguläre Wohnungen unbezahlbar seien, heizen die Debatte an. Dort werden die Folgen der Massentourismus-Modelle und der Wohnungsverteuerung zunehmend als potenzielle „Ibicificación“ beschrieben.
Am Dienstag griff sogar der sozialistische Abgeordnete Álex Pitaluga im balearischen Parlament den Begriff auf: Wenn hohe Preise und Wohnungsknappheit auf Tourismusdruck träfen, spreche man inzwischen von „Ibicificación“.
Der Begriff ist ein Neologismus, von der RAE nicht anerkannt, aber mittlerweile landesweit verwendet, um vor Entwicklungen zu warnen, die Ibiza bereits stark geprägt haben.













