
Die Insel Ibiza diente einer albanischen Mafiaorganisation als zentrale Basis für den Drogenschmuggel nach Europa. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, brachte die von Stefan Milojevic geführte Bande tonnenweise Kokain und Haschisch auf die Insel, bevor die Drogen per Fähre auf das spanische Festland transportiert und von dort in verschiedene europäische Länder verteilt wurden.
Laut den Ermittlern gelangte das Kokain mit Handelsschiffen in den westlichen Mittelmeerraum, wo es in wasserdichten Ballen mit Schwimmern und GPS-Sendern ins Meer geworfen wurde. Von dort holten lokale Helfer die Fracht in internationalen Gewässern ab. Das Haschisch kam in schnellen Schlauchbooten direkt aus Nordafrika. Auf Ibiza wurde die Ware in geheimen Lagern höchstens 48 Stunden zwischengelagert, bevor sie in Lastwagen versteckt zwischen legaler Fracht nach Valencia verschifft wurde.
Die großangelegte Operation, die von der Guardia Civil und der Policía Nacional auf Mallorca durchgeführt wurde, führte nach zwei Jahren Ermittlungen zu 76 Festnahmen und der Beschlagnahmung von 687 Kilogramm Kokain, 2.500 Kilogramm Haschisch und 1,54 Millionen Euro Bargeld. Zudem stellten die Beamten mehrere Schusswaffen sicher.
Die Ermittlungen ergaben, dass Milojevic gemeinsam mit dem Anwalt Gonzalo Márquez ein europaweites Netzwerk leitete, das mit einem albanischen Kartell zusammenarbeitete. Selbst der ehemalige Leiter der Drogenabteilung der Polizei, Faustino Nogales, steht unter Verdacht, der Gruppe Informationen zugespielt zu haben.
Die Organisation betrieb Lager in Valencia und anderen Städten der Halbinsel. Von dort wurden die Drogen mit bewaffnetem Begleitschutz weiter nach Zentral- und Osteuropa transportiert. In abgehörten Gesprächen prahlte Milojevic damit, 300 Kilo Haschisch bis nach Russland geliefert zu haben.
Mit der Zerschlagung dieses Netzwerks, so die Ermittler, sei eine der größten Drogenstrukturen im Mittelmeerraum vollständig eliminiert worden.













