
Erneut sorgt die Ankunft eines ungeimpften Hundes auf Ibiza für Alarm bei den zuständigen Stellen. Wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet, hat die balearische Landesregierung das Einschläfern des Tieres angeordnet, da es aus Algerien stammt – einem Land, in dem Tollwut als endemisch gilt.
Die Pudelhündin kam an der Küste von Santa Eulària an und wurde im Tierschutzzentrum Centre de Protecció d’Animals Domèstics (CEPAD) von Sant Josep aufgenommen. Das geltende Protokoll sei eindeutig: Bestehen Zweifel am Gesundheitsstatus, müsse das Tier getötet werden, um ein mögliches Ausbruchsszenario zu verhindern. Nach dem Fall der Hündin Ikram, die im Sommer nach einer langen Quarantäne zur Adoption freigegeben wurde, forderte die Tierschutzpartei Pacma jedoch, den Vorgang zu stoppen und alternative Lösungen zu prüfen.
Nach Darstellung von Pacma dränge der verantwortliche Tierarzt des CEPAD auf die Tötung des Tieres. Das Rathaus von Santa Eulària habe deshalb erneut Einwände gegen die Maßnahme formuliert. Dabei verweist die Gemeinde auf nationale Präzedenzfälle, etwa bei Tieren aus der Ukraine, sowie darauf, dass die Hündin keine klar erkennbaren Symptome einer Tollwuterkrankung zeige.
In der Debatte wird zudem an frühere Kontroversen um die Leitung des CEPAD erinnert, darunter mehrere Unterschriftensammlungen, in denen Umwelttechniker die Abberufung des verantwortlichen Veterinärs forderten. Diese Hintergründe heizen die öffentliche Diskussion zusätzlich an.
Bei dem betroffenen Tier handelt es sich um eine drei bis vier Monate alte Pudelmischlingshündin, die am 12. Dezember 2025 gemeinsam mit einer Migrantenfamilie per Boot nach Ibiza kam. Nach Angaben der Nationalpolizei fehlten sämtliche Impfunterlagen. Die Hündin wurde daraufhin bei der Stiftung Fundació Natura Park unter Isolation gestellt. Ein tierärztlicher Bericht ging an die Generaldirektion für Umweltgesundheit der balearischen Landesregierung, die am 17. Dezember die Tötung des Tieres anordnete.
Noch hoffen die Mitarbeiter des Rathauses von Santa Eulària, dass die Regierung ihre Entscheidung überdenkt. Ziel sei es, – analog zum Fall Ikram – eine lange Quarantäne, eine enge veterinärmedizinische Überwachung und schließlich die Freigabe zur Adoption zu ermöglichen. Hierfür hat das Umweltdezernat bereits eine Zusammenarbeit mit einer Tierschutzstiftung vereinbart. Sollte die Conselleria den Einwänden zustimmen, würde die Gemeinde die notwendigen Kosten für Isolation und Betreuung übernehmen, um das Leben der Hündin zu retten.
Anmerkung der Redaktion Für die Pudelhündin wird ein Quarantäneplatz gesucht! Bei Kapazitäten bitte melden bei
office@ibizalivereport.info
oder
info@duo-ibiza.de















