
Die Hotelketten auf Ibiza beginnen, aktiv gegen eines der größten Probleme der Insel vorzugehen: den Mangel an Wohnraum für Beschäftigte im Tourismussektor. Laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera plant die Gruppe Vibra Hotels, in den kommenden zwei Jahren zwischen 600 und 650 neue Plätze für Angestellte bereitzustellen. Ziel sei es, „würdige“ und „sichere“ Unterkünfte für das Personal zu schaffen.
Derzeit verfügt die Kette über rund 420 Plätze, verteilt auf eigene Apartments, Hotelzimmer und zwei bereits umgestaltete Wohnanlagen. Im vergangenen Jahr wurden dafür fast eine Million Euro investiert. Besonders hervorzuheben ist die Umwandlung des ehemaligen Hostal Royal in Sant Antoni in Mitarbeiterwohnungen, die ab der kommenden Saison genutzt werden. Zusätzlich soll das ehemalige Hostal Piccadilly in eine Residenz für 80 Angestellte umgebaut werden – die Genehmigung dafür steht jedoch seit Jahren aus.
CEO Antonio Doménech erklärte, das Ziel seien insgesamt 1.500 Wohnlösungen, um den Bedarf sowohl der Stammbelegschaft als auch der zusätzlichen Saisonkräfte abzudecken. Damit wolle man nicht nur Schlafplätze schaffen, sondern eine angemessene Lebensqualität gewährleisten. „Die Menschen müssen würdig und sicher leben können“, so Doménech. Er verwies auf prekäre Zustände in provisorischen Unterkünften wie Wohnwagen-Siedlungen, die sogar schon zu Bränden geführt hätten.
Die neuen Apartments sollen jeweils über zwei Zimmer verfügen und Platz für vier Personen bieten – mit Standards, die einer normalen Wohnung entsprechen. Vibra Hotels betonte, dass solche Investitionen große finanzielle Anstrengungen bedeuteten, aber notwendig seien, um die Arbeitskräfte zu halten und den Hotel- und Gastrobetrieb während der Saison sicherzustellen.
Gleichzeitig mahnte die Unternehmensführung, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handle, das nur durch Zusammenarbeit von privaten Unternehmen und öffentlicher Hand gelöst werden könne. Für die Insel sei dies „wahrscheinlich die größte Herausforderung der Gegenwart“.










