
Die jüngst vom spanischen Ministerium für Inklusion, Soziales und Migration vorgeschlagene Möglichkeit, in Hotels auf den Balearen kurzfristig Migranten unterzubringen, stößt auf Widerstand. Laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera bezeichnete die Präsidentin der Hoteliervereinigung der Pityusen, María Costa, die Maßnahme als „unvereinbar mit der touristischen Tätigkeit“, insbesondere in der Hochsaison. „Die meisten Boote treffen im Sommer ein, und die Hotels können das kaum mit dem Tourismus vereinbaren“, erklärte Costa.
Auch die Föderation der Hotelunternehmen betonte, dass es der Regierung „sehr schwerfallen“ werde, Häuser zu finden, die bereit sind, sich an der Initiative zu beteiligen. „Es handelt sich um zwei Realitäten, die schwer miteinander zu verbinden sind.“ Gleichzeitig stellte Costa klar, dass jede Firma individuell entscheide.
Das Ministerium hatte die Unterbringung als Notfallmaßnahme vorgeschlagen, um besondere Fälle wie Familien oder Frauen, die auf der Überfahrt Opfer von Gewalt wurden, auffangen zu können. Der gesamte Maßnahmenplan beläuft sich auf 6,7 Millionen Euro und sieht im Notfall auch Hotelunterkünfte vor, falls die Erstaufnahmeeinrichtungen voll sind.
Die Präsidentin der Balearen-Regierung, Marga Prohens, äußerte sich ebenfalls kritisch: „Die Migrationskrise löst man nicht, indem man Hotels für Ankommende nutzt. Man muss an die Wurzeln gehen: den Schutz der Grenzen, den Kampf gegen die Mafias und Maßnahmen in den Herkunftsländern.“











