
Der Inselrat von Formentera hat eine neue Informationskampagne gestartet, um Katzenhalter auf ihre Pflichten nach dem spanischen Tierschutzgesetz hinzuweisen. Im Mittelpunkt stehen die verpflichtende Sterilisation von Hauskatzen sowie das Verbot, Tiere oder ganze Würfe auszusetzen. Ziel der Kampagne sei es, eine verantwortungsvolle Tierhaltung zu fördern und die Bevölkerung für die Folgen von Verstößen gegen die gesetzlichen Vorgaben zu sensibilisieren. Diese betreffen nicht nur das Tierwohl, sondern auch das Zusammenleben der Menschen und das ökologische Gleichgewicht auf der Insel. Wie aus einem Bericht der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera hervorgeht, schreibt das Gesetz 7/2023 vor, dass Katzen mittels Mikrochip registriert und grundsätzlich vor dem Alter von sechs Monaten sterilisiert werden müssen. Ausnahmen gelten lediglich für Tiere, die als Zuchttiere bei offiziell zugelassenen Züchtern eingetragen sind.
Der Inselrat erinnert zudem daran, dass das Aussetzen von Katzenbabys, Würfen oder erwachsenen Tieren keine Lösung bei ungewollter Vermehrung darstellt. Vielmehr handelt es sich um eine verbotene Form der Misshandlung, die empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen kann. Die Tierschutzorganisation Acción Francisco macht mit aktuellen Zahlen deutlich, dass das Problem auf Formentera weiterhin präsent sei. Während die Organisation im Jahr 2024 insgesamt 79 Katzenbabys betreute und 2025 bislang 58 Tiere aufnahm, befinden sich allein bis Juni dieses Jahres bereits 69 Jungtiere in ihrer Obhut. Nach den geltenden Vorschriften gelten sowohl die fehlende Identifizierung von Katzen als auch deren Aussetzung als schwere Verstöße. Dafür können Bußgelder zwischen 10.001 und 50.000 Euro verhängt werden.
Viele freilebende Katzenkolonien entstehen durch ausgesetzte Tiere, entlaufene Hauskatzen oder nicht sterilisierte Katzen mit Freigang. Die Behörden sehen darin vor allem die Folgen mangelnder Verantwortung und unzureichender Prävention. Die zuständige Abteilung für den Primärsektor appelliert deshalb an alle Katzenhalter, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Kennzeichnung, die Sterilisation und eine artgerechte Versorgung seien entscheidende Maßnahmen, um Tierleid zu verhindern und die Zahl herrenloser Katzen dauerhaft zu reduzieren. Mit der Kampagne möchte Formentera das Bewusstsein stärken, dass jedes Haustier auch eine langfristige Verpflichtung bedeutet. Eine verantwortungsvolle Mitwirkung der Bevölkerung sei unverzichtbar, um Mensch, Tier und Umwelt gleichermaßen zu schützen.











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