
Am Fußgängerzugang zum Naturpark ses Salines auf Formentera steht seit Jahrzehnten die völlig verfallenen Ruine einer ehemaligen Telegrafenstation, die einst die Verbindung wischen Ibiza und Formentera über ein Unterseekabel ermöglichte. Das Gebäude, um das Jahr 1923 errichtet, befindet sich nur wenige Meter von der Küste und dem Hafenbereich von La Savina entfernt und verlor erst vor wenigen Wochen infolge eines Sturms sein Dach.
Die Station, auch als Caseta des Carabiners bekannt, steht unter Denkmalschutz (BIC) und liegt in einer besonders geschützten Naturlandschaft (ANEI).
Laut der Tageszeitung Diario de Ibiza war die um 1923 errichtete Caseta bereits 2011 in einem Projekt zur Restaurierung vorgesehen. Das Vorhaben wurde damals jedoch nicht umgesetzt. Das neue Projekt, nun durch das Büro Villafranca i Serra Arquitectes SCP eingereicht, sieht ein Budget von 98.672 Euro vor, fast das Doppelte des ursprünglichen Ansatzes.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der 630.000 Euro, die die Regierung 2023 aus Mitteln der nachhaltigen Tourismusabgabe (ehemals Ecotasa) für Projekte auf Formentera genehmigt hatte.
Aktuell befindet sich das Projekt in der öffentlichen Auslegungsphase. Nach Prüfung möglicher Einwände soll die Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgen.
Historische Bedeutung
Die Caseta steht auf dem ehemaligen Trassenverlauf der Salzroute, die den Hafen von La Savina mit den Salinen im Norden verband. Der Zugang erfolgt über den Weg von sa Guia.
Sie war ein Symbol der Modernisierung Formenteras im frühen 20. Jahrhundert, und verband die Insel erst 1923 mit einem Telegrafenkabel. Die Leitung verlief von Sa Trinxa (Ibiza) bis zur Playa de Tramuntana (Formentera) und wurde maßgeblich von der Salinera Española,der Salinengesellschaft, vorangetrieben.
Die ursprüngliche Telegrafenstation befand sich auf dem Kirchplatz von Sant Francesc Xavier. Der erste Leiter war Antoni Juan Ferrer Pujolet.
Die Architekten betonen, dass die Restaurierung der Caseta ein Schritt sei, „das Gedächtnis einer Zeit zu bewahren, in der Formentera einen weiteren Schritt zur Überwindung seiner Isolation machte.“










