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Unwetter

Harry, Ingrid, Joseph haben gewütet – jetzt kommt „Kristin“

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Die versiegelte Strandbar in Talamanda. Foto: Polizei von Ibiza auf der Plattform X

Ibiza steht weiterhin unter dem Eindruck einer außergewöhnlich intensiven Serie von Stürmen, die in kurzer Folge über die Insel hinweggezogen sind, so die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera. Die Policía Local hat heute am heutigen Mittwochmorgen die bekannten Bar Flotante in Talamanca vorsorglich versiegelt, da die Konstruktion der Terrasse nach dem Durchzug der Sturmböe Kristin als akut einsturzgefährdet eingestuft wurde. Die Polizei veröffentlichte dazu Bilder, die zeigen, wie die Pergola der Terrasse abgesperrt wird. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts, das die Gemeinde bereits am Vorabend angekündigt hatte. In Erwartung weiterer schwerer Wetterbedingungen wurden Spielplätze, öffentliche Gärten sowie sämtliche Sportanlagen im Freien geschlossen, um Risiken für die Bevölkerung zu minimieren. Die Insel kommt damit kaum zur Ruhe, denn nur wenige Tage zuvor hatten bereits die Sturmtiefs Ingrid und Joseph erhebliche Schäden verursacht.

Die Bilanz der vergangenen Tage ist gravierend: Zahlreiche jahrzehntealte Pinien wurden durch den extremen Wind entwurzelt, Zäune und Dächer beschädigt oder komplett abgerissen. Besonders dramatisch war ein Vorfall auf einer landwirtschaftlichen Finca zwischen Cala Llonga und Jesús, wo das Dach einer rund 200 bis 250 Quadratmeter großen Stallhalle vom Wind erfasst und fortgerissen wurde. Die herabstürzende Konstruktion begrub mehrere Tiere unter sich: Sieben Schafe kamen ums Leben, zwölf weitere wurden verletzt. Der betroffene Landwirt schilderte seine große Sorge angesichts weiterer Sturmwarnungen und musste die überlebenden Tiere notdürftig in andere Gehege verlegen. Die Schäden betreffen damit sowohl urbane als auch ländliche Gebiete und zeigen die außergewöhnliche Heftigkeit der aktuellen Wetterlage. In der Cala Benirràs wurden rund zehn teils jahrhundertealte Pinien vollständig aus dem Boden gerissen wurden. Selbst Asphaltflächen wurden angehoben oder beschädigt. Einsatzkräfte sind dort weiterhin mit Sicherungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

Der staatliche spanische meteorologische Dienst hat für Mittwoch die Warnstufe Orange ausgerufen. Sturm „Kristin“ kommt mit  heftigen Windböen sowie starkem Seegang mit Wellenhöhen von bis zu vier bis sechs Metern, was insbesondere für Küstenbereiche und die Schifffahrt ein erhebliches Risiko darstellt. In der Umgebung des Flughafens von Ibiza wurden bereits Böen von über 90 km/h gemessen, womit vor allem der Südwesten der Insel stark betroffen ist. Auch die Feuerwehr warnt vor weiteren Gefahren. Viele Bäume seien bereits beschädigt und könnten bei erneutem Wind umstürzen, zudem bestehe ein Risiko durch instabile Stromleitungen. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich darauf, Zufahrten zu Wohngebieten freizuhalten, Gefahrenstellen zu sichern und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Die Behörden rufen die Bevölkerung eindringlich dazu auf, unnötige Wege zu vermeiden, sich laufend über offizielle Warnungen zu informieren und den Anweisungen von Rettungsdiensten und Katastrophenschutz zu folgen. Eine allmähliche Beruhigung der Wetterlage wird zwar ab Donnerstag erwartet, dennoch rechnen Fachleute damit, dass die instabile Westwetterlage die Insel auch in den kommenden Tagen weiter beschäftigen wird.

 

Video: Situation in Benirrás. Aus: Periódico de Ibiza y Formentera

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