
Die geplante Verlagerung des Nachtlokals Lío Ibiza in das Hotel El Corso sorgt in s’Illa Plana für massiven Widerstand. Die Anwohner sprechen von einer möglichen Illegalität des Projekts und bereiten laut eigenen Angaben seit Februar eine umfassende Gegenwehr auf juristischem und administrativem Weg vor. In einer Mitteilung erklären die Bewohner, das Vorhaben sei nicht mit dem geltenden Bebauungsplan vereinbar. Sie verweisen auf eine Vorschrift, die die Einrichtung neuer Diskotheken im gesamten Gemeindegebiet untersagt. Aus ihrer Sicht werde hier versucht, diese Regelung zu umgehen.
Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, weisen die Anwohner der Betreibergesellschaft einen möglichen Gesetzesverstoß vor. Die beantragte Lizenz basiere demnach auf einer älteren Genehmigung für ergänzende Hotelaktivitäten, die ursprünglich ausschließlich für Gäste gedacht gewesen sei. Tatsächlich gehe es jedoch um eine für die breite Öffentlichkeit zugängliche Freizeitnutzung, die unter den aktuellen Bestimmungen nicht genehmigungsfähig wäre. Zudem zeigen sich die Bewohner irritiert über die aus ihrer Sicht ungewöhnlich schnelle Genehmigung der Lizenzen. Wichtige rechtliche Aspekte seien dabei offenbar nicht ausreichend geprüft worden.
Die Kritik richtet sich auch gegen weitere Bestandteile des Projekts. Geplant sei ein unterirdisches Parkhaus mit zwei Etagen sowie zusätzliche Apartments. Für die Anwohner stellt dies eine erhebliche Belastung dar, da das Viertel bereits heute unter Verkehrs- und Parkplatzproblemen leide. Aufgrund der engen Straßen und des einzigen Zugangs beschreiben sie die Lage als strukturellen Engpass.
Besonders an Tagen mit Kreuzfahrtschiffen sei das Viertel bereits stark frequentiert. Eine zusätzliche Nutzung als nächtlicher Veranstaltungsort würde nach Ansicht der Bewohner zu einer deutlichen Verschärfung führen und das Gebiet an seine Kapazitätsgrenzen bringen. Vor diesem Hintergrund fordern die Anwohner ein kurzfristiges Treffen mit dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung. Ziel sei es, vollständige Transparenz über die erteilten Genehmigungen zu erhalten und einen sofortigen Baustopp zu erreichen.
Parallel dazu kündigt die Nachbarschaft an, offiziell gegen die erteilten Genehmigungen vorzugehen. Sollte die Verwaltung ihre Entscheidung nicht revidieren, wollen die Bewohner den Rechtsweg ausschöpfen und den Fall vor höhere Instanzen bringen. Abschließend betonen die Anwohner ihre Bereitschaft zum Dialog, machen jedoch deutlich, dass sie entschlossen sind, ihre Rechte zu verteidigen und auf die Einhaltung der geltenden Vorschriften zu bestehen.















