
Der Balearische Institut für Frauenangelegenheiten (IbDona) hat seinen 24-Stunden-Dienst für Opfer von Gewalt gegen Frauen in den Sommermonaten um drei zusätzliche Fachkräfte verstärkt – darunter eine für Ibiza und Formentera. Grund ist der deutliche Anstieg der Fälle im Sommer, so die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera.
Die balearische Familien- und Sozialministerin Sandra Fernández erklärte, der Schutz der Frauen habe „oberste Priorität“. Der Dienst, der ganzjährig erreichbar ist, wurde 2024 bereits von 10 auf 16 Mitarbeiterinnen aufgestockt. Nun kommt im Zeitraum Juni bis September weiteres Personal hinzu.
Im ersten Halbjahr 2025 gingen beim Notruf 2.007 Anrufe ein – davon 90 % wegen geschlechtsspezifischer Gewalt, 6 % wegen sexueller Gewalt und 4 % aufgrund anderer Formen machistischer Gewalt. Die meisten Anruferinnen waren zwischen 21 und 50 Jahre alt.
Besonders viele Fälle wurden im Juni verzeichnet (428). Zudem gab es 227 Begleitungen, überwiegend juristischer Art – etwa zu Gerichtsverhandlungen oder zur Frauenberatungsstelle.
Das Team besteht nun aus einer Koordinatorin, zehn Fachkräften auf Mallorca, drei auf Menorca und drei auf den Pityusen – plus der Sommerverstärkung. Neben telefonischer Hilfe werden auch soziale, juristische und psychologische Begleitungen angeboten.
Die Direktorin des IbDona, Cati Salom, betonte, dass der Anstieg der Meldungen nicht zwingend mehr Gewaltfälle bedeutet, sondern auch auf die höhere Bekanntheit und Zugänglichkeit des Dienstes zurückzuführen sei. Sie rief dazu auf, Mut zur Anzeige zu zeigen.
Der kostenlose Notruf ist unter 900 178 989 erreichbar – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.














