
Das Rote Kreuz auf Formentera sucht dringend Freiwillige und Fachpersonal, um auf die zunehmende Anzahl von Migranten per Boot reagieren zu können. Ziel sei laut der Tageszeitung Diario de Ibiza eine erste humanitäre Versorgung der Menschen, bevor sie nach Ibiza weitergeleitet werden. Auslöser war die Installation eines neuen Zeltes im Hafen von La Savina, das rund 230 Quadratmeter umfasst und Platz für etwa 20 Personen bietet. Damit steht erstmals ein würdiger Raum zur Verfügung, um Wasser, Kleidung, medizinische Ersteinschätzungen und Übersetzungsleistungen bereitzustellen.
Bereits am 22. Dezember fand eine erste Informationsrunde für interessierte Freiwillige statt; fünf Personen meldeten sich sofort an. Eine zweite Sitzung folgt am 14. Januar, die stärker auf Ausbildung und Rollenverteilung ausgerichtet ist. Gesucht werden u. a. Übersetzer, Helfer für soziale Betreuung sowie Personen für die Erstaufnahme. Parallel sucht das Rote Kreuz drei professionelle Kräfte für Logistik, Einsatzleitung und Koordination des Freiwilligenwesens. Hintergrund ist eine deutliche Zunahme der Migration über See. Zwischen 2022 und 2025 betreuten auf Formentera lediglich vier Frauen ehrenamtlich die Migranten direkt bei der Ankunft am Strand – oft ohne geeignete Infrastruktur. Zeitweise mussten Guardia Civil, Polizei oder Mitarbeiter des Inselrats improvisieren und Wasser sowie Kleidung bereitstellen. Mit der neuen Struktur will das Rote Kreuz eine institutionalisierte Erstversorgung aufbauen, inklusive Ausbildung in interkultureller Vermittlung und administrativer Erfassung, um den späteren Transfer nach Ibiza zu erleichtern.
Interessierte können sich per E‑Mail an formentera@cruzroja.es wenden.











