
Der Frauenfußball auf Ibiza und Formentera wächst, doch der Weg zu einer stabilen Struktur ist noch lang, so die Tageszeitung Diario de Ibiza.
Ein wichtiger Moment für den Frauenfußball war der 20. August 2023, als Spanien durch ein Tor von Olga Carmona Weltmeister wurde. Dieser Erfolg inspirierte viele Mädchen im ganzen Land – auch auf Ibiza – selbst mit dem Fußball zu beginnen. Auf den Pityusen entstehen inzwischen immer mehr Mädchen‑ und Frauenteams, während bestehende Amateur‑ und Vereinsmannschaften sich festigen. Dennoch bleibt das Wachstum langsam. Gerade im Nachwuchsbereich sind die Teilnehmerzahlen noch gering, sodass viele Mädchen weiterhin gemeinsam mit Jungen trainieren oder gegen sie antreten müssen. Als Vorreiter auf der Insel gilt der Club CD Puig d’en Valls. Der Verein nahm zunächst mit einem Mädchen‑Team an einer gemischten Liga teil. In dieser Saison spielt die Mannschaft nun in der ersten weiblichen Liga im Großfeldfußball der Balearen für die Altersklassen Infantil und Cadete. Trainer José María Aguilera betont, wie wichtig diese Entwicklung für die Motivation der Spielerinnen ist. Für viele sei es ein großer Schritt, gemeinsam zu reisen und gegen andere reine Mädchenmannschaften anzutreten.
Parallel entstand auf Ibiza und Formentera erstmals auch eine eigene Liga im Siebener‑Fußball für Mädchen. In der Premieren‑Saison treten unter anderem Teams von SD Formentera und SE Sant Carles an. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich künftig weitere Vereine anschließen. Sportverantwortliche sehen vor allem die Unterstützung durch Institutionen und Verbände als entscheidend für die weitere Entwicklung. Initiativen wie Fußballschulen oder Turniere könnten helfen, mehr Mädchen für den Sport zu gewinnen. Die balearische Frauen‑Liga ist bereits etabliert und umfasst mehrere Teams aus Ibiza. Ein Beispiel ist UE Sant Josep, aktueller Meister der balearischen Liga. Der Verein entstand vor sechs Jahren aus einer Initiative lokaler Spielerinnen und hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil der Szene entwickelt.
Dennoch bleibe die Infrastruktur eine Herausforderung. Begrenzte Hallenkapazitäten erschweren es vielen Vereinen, weitere Mannschaften aufzubauen. Ehemalige Spielerinnen betonen zudem, dass viele Frauen erst spät mit dem Fußball beginnen, weil entsprechende Angebote im Kindesalter lange fehlten. Deshalb gilt die Förderung in Schulen und Jugendprogrammen als entscheidender Schlüssel für die Zukunft des Frauenfußballs auf Ibiza. Trotz aller Schwierigkeiten wächst das Interesse weiter. Immer mehr Mädchen träumen davon, eines Tages selbst auf dem Platz zu stehen – vielleicht als nächste Olga Carmona oder Aitana Bonmatí.












