
Im Rahmen des Festivals Sant Josep és Foto 2026 findet am 7. April um 20 Uhr im Gemeindesaal (Salón social) der oficinas municipales in Sant Jordi die erste Ausgabe von FotoLibro Exprés statt. Die Veranstaltung mit freiem Eintritt versammelt drei zeitgenössische Fotografen der Balearen, die ihre Arbeiten und kreativen Prozesse vorstellen. Im Mittelpunkt steht das Fotobuch als Erzählform und als Medium der visuellen Erinnerung.
Ein zentrales Projekt ist „Camins“, das sich mit der Migrationskrise im Mittelmeerraum auseinandersetzt. Die Arbeit folgt den Routen von Geflüchteten von der Türkei über die griechischen Inseln bis in den Balkan und verbindet persönliche Nähe mit dokumentarischer Bildsprache. Das Werk wurde zudem in limitierter Auflage handgefertigt.
Mit „Sant Lluís no és Missouri“ wird ein kritischer Blick auf Menorca geworfen. Das Fotobuch zeigt die Insel jenseits touristischer Klischees und beleuchtet ihre Widersprüche zwischen Tradition, Wandel und Tourismus. Gleichzeitig bleibt der Ton von subtiler Ironie und einer gewissen Leichtigkeit geprägt.
Das dritte Werk, „Madagascar“, verzichtet vollständig auf Text und setzt auf eine ruhige, eindringliche Bildfolge. Der Fokus liegt auf Landschaften, Alltagsszenen und Porträts, die eine emotionale Annäherung ermöglichen. Ziel ist eine unmittelbare Wahrnehmung des Ortes, getragen von einer sensiblen und reduzierten Bildästhetik.
Die Veranstalter betonen laut Informationen der Tageszeitung Diario de Ibiza den direkten Austausch zwischen Publikum und Künstlern als zentrales Element des Formats. Dabei erhalten Besucher Einblicke in die Entstehungsgeschichten der Werke und in die jeweiligen künstlerischen Perspektiven auf Realität und Umgebung.Eine zweite Ausgabe von FotoLibro Exprés ist bereits für den 21. April geplant. Das Format FotoLibro Exprés ist Teil des umfassenden Festivals Sant Josep és Foto 2026, das sich über mehrere Wochen erstreckt und ein breites kulturelles Programm bündelt. Es umfasst eine Vielzahl von Ausstellungen, Buchpräsentationen, Filmvorführungen sowie eine Fotomarathon-Reihe, die sich über das gesamte Gemeindegebiet verteilt. Inhaltlich orientiert sich das Festival an drei thematischen Achsen: dem Mittelmeerraum, dem menschlichen Erleben und dem Alltag. Daraus entsteht ein Programm, das Fragen zu Identität, Landschaft und Erinnerung aufgreift und zugleich die Lebensrealität der Insel reflektiert. Ein weiterer Höhepunkt ist der internationale Fotokongress, der im April stattfindet und sich sowohl an Fachpublikum als auch an interessierte Besucher richtet. Über mehrere Tage hinweg treffen dort renommierte Fotografen auf ein breites Publikum, um über aktuelle Entwicklungen der Fotografie und visuelle Kultur zu diskutieren.











