
Günstige Wetterbedingungen an der nordafrikanischen Küste haben in den vergangenen Tagen zu einem deutlichen Anstieg der Überfahrten über die algerische Route auf die Balearen geführt, wie die Tageszeitung Diario de Ibiza unter Berufung auf die Abordnung der Regierung berichtet. Innerhalb von nur 28 Stunden erreichten 192 Migranten Formentera. Die meisten stammten aus dem Maghreb, nur 15 waren Subsaharier. Im selben Zeitraum wurden auf Ibiza lediglich 12 Migranten registriert, die am Dienstagmorgen per Boot ankamen.
Unter den Ankommenden befanden sich auch ein Baby und ein Mädchen, das am Mittwochmorgen in eine Thermodecke gehüllt war. Die Migranten wurden zunächst im Hafen von La Savina untergebracht, später nach Ibiza gebracht und von dort aus zur Weiterreise auf das spanische Festland vorbereitet. Da es auf den Pityusen kein Ausreisezentrum gibt und kein Straftatbestand vorliegt, setzen sie ihre Reise nach der Identifizierung fort.
Die Seerettung war in zwei Fällen im Einsatz: Am Mittwoch um 3.26 Uhr wurde ein Boot mit 18 Maghrebiern acht Meilen südlich von Formentera entdeckt. Am Montag um 23.35 Uhr retteten Einsatzkräfte gemeinsam mit der Guardia Civil 15 Personen am Leuchtturm von La Mola. Die übrigen wurden bereits an Land aufgegriffen.
Insgesamt gab es auf Formentera 12 Einsätze der Guardia Civil, der Policía Local und der Spezialeinheit Usecic, hinzu kam ein weiterer auf Ibiza. Die 13 registrierten Flüchtlingsboote brachten teils mehrere Gruppen an Land – in manchen Fällen könnte es sich um sogenannte „Taxi-Boote“ handeln, bei denen Boote Migranten absetzen und sofort wieder abfahren.
In einem anderen Artikel der Tageszeitung wird berichtet, dass die Autoridad Portuaria de Baleares, die Hafenbehörde der Balearen, in Ibiza die alte Zeltstation in Es Botafoc zur Nutzung freigegeben hat. In Formentera wird erneut die Casa del Mar genutzt, und in Palma wurde die Estación Marítima 3 für die temporäre Unterbringung geöffnet.
Nach offiziellen Angaben haben die Balearen bis Mitte August bereits knapp 3.800 Migranten aufgenommen – rund 80 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2024. Im vergangenen Jahr wurde diese Zahl erst im November erreicht.











