
Die Zukunft der Strandkioske auf Formentera ist ernsthaft gefährdet.Laut Informationen der Tageszeitung Diario de Ibiza empfiehlt ein umfangreiches technisches und juristisches Gutachten der balearischen Verwaltung für Meer und Wasserkreislauf die Einleitung eines Verfahrens zum Entzug der bestehenden Konzession für die Strandservices auf der Insel.
Dem Bericht zufolge wurden bei mehreren Kontrollen wesentliche Auflagen nicht eingehalten.
Zu den konkret festgehaltenen Verstößen, die im Bericht vom 12. November festgehalten sindm gehört auch, dass der Anordnung zum Abbau der Anlagen zwischen dem 15. Januar und dem 15. Februar nicht nachgekommen wurde. Dies führte zur Einleitung eines Sanktionsverfahrens durch den Inselrat von Formentera, das mit einer Geldbuße von 1.500,01 Euro abgeschlossen wurde. Weiterhin wurden unzulässige Standortveränderungen aufgeführt, durch die der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen den Einrichtungen unterschritten wurde. Zudem seien teilweise öffentliche Toiletten nicht frei zugänglich, einzelne Anlagen lägen zu nah an der Hochwasserlinie, und es fehle an vorgeschriebener technischer Dokumentation.
Sollte das Verfahren zur Aberkennung der Konzession tatsächlich eingeleitet und rechtskräftig abgeschlossen werden, hätte dies weitreichende Folgen: Das Inselparlament von Formentera verlöre mit sofortiger Wirkung das Recht, den maritim‑terrestrischen öffentlichen Raum zu nutzen. Davon betroffen wären nicht nur die Kioske, sondern auch Segelschulen, Sanitäranlagen, Rettungstürme und weitere Strandinfrastrukturen. Die betroffenen Strandservices müssten schließen, eine weitere Nutzung wäre rechtswidrig.
Eine Entschädigung durch das Land ist in diesem Fall ausgeschlossen, da es sich um eine Konzessionsverwirkung aufgrund von Pflichtverstößen handeln würde. Allerdings könnten die aktuellen Betreiber ihrerseits finanzielle Ansprüche gegenüber dem Inselrat geltend machen. Parallel dazu müsste ein neues, vollständiges Konzessionsverfahren gestartet werden, dessen Umsetzung mehrere Jahre in Anspruch nehmen dürfte.
Um einen vollständigen Wegfall der Strandservices zu vermeiden, wird in dem Bericht angeregt, während des maximal 18 Monate dauernden Verfahrens an einem neuen Konzessionsmodell zu arbeiten, das einen geordneten Übergang ermöglichen könnte. Der Inselrat von Formentera hat bereits angekündigt, im Falle einer offiziellen Verfahrenseinleitung Rechtsmittel und Stellungnahmen einzubringen.














