
Am Neujahrstag ist in den Gewässern der Pityusen ein Flüchtlingsboot mit 16 Personen maghrebinischer Herkunft registriert worden. Nur wenige Stunden später folgten laut der Tageseitung Tageszeitung Diario de Ibiza zwei weitere Ankünfte, bei denen insgesamt 39 Menschen aus zwei Booten gerettet wurden. In der Nacht zum Samstag um 02.40 Uhr wurden 13 weitere Personen maghrebinischer Herkunft gerettet, die sich rund eine halbe Seemeile vor dem Leuchtturm von La Mola, im Süden Formenteras, befanden. Bereits zuvor, um 23.38 Uhr, hatten Einsatzkräfte 26 Menschen subsaharischer Herkunft an der Küstenlinie nordwestlich der Insel Cabrera abgefangen. An dieser Operation beteiligten sich die Guardia Civil des Maritimen Dienstes, die Einheit für Bürgersicherheit der Kommandantur sowie die Seerettung.
Die jüngsten Ankünfte zum Jahresbeginn fügen sich in einen anhaltenden Trend, der sich auf den Pityusen bereits seit Längerem abzeichnet. Nach Angaben der Delegation der spanischen Regierung erreichten im Jahr 2024 insgesamt 3.016 Migranten in 189 Booten die Küsten der Pityusen. Im Jahr 2025 stiegen diese Zahlen erneut auf 3.217 Migranten in 194 Booten. Unter den Geretteten befanden sich weiterhin zahlreiche Minderjährige, deren Betreuung bis zur Volljährigkeit von den Inselräten übernommen werden muss. Vor allem auf Formentera führte dies zu Kritik: Dort wurde im Laufe des Jahres bekannt, dass die Kosten für diese Vormundschaften rund 90 Prozent der verfügbaren Finanzmittel des Consells binden.
Parallel dazu kam es im Mittelmeer immer wieder zu tragischen Todesfällen. Im Februar starben fünf Migranten aus Somalia, vier von ihnen beim Versuch, einer ins Meer gestürzten Frau zu helfen. Besonders erschütternd war zudem ein Fall im Mai, als mehrere gefesselte Leichen an den Küsten des Archipels angespült wurden. Die Betroffenen waren nach wochenlanger Irrfahrt verhungert; die Fesselung erfolgte nach einem rituellen Brauch. Politisch rückte das Thema zunehmend in den Fokus. Im Juli warnte die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens, man könne die Migration „nicht mehr bewältigen“, und forderte Unterstützung vom spanischen Staat. Am 16. September erklärte die Zentralregierung schließlich den Migrationsnotstand auf den Balearen und stellte 6,75 Millionen Euro zur Bewältigung der Situation bereit. In diesem Zusammenhang nahmen auch neue Notunterkünfte in den Häfen von Ibiza und Formentera ihren Betrieb auf. Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz gehen davon aus, dass vier von fünf Migranten, die per Boot die Pityusen erreichen, über Formentera ankommen.













