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Illegales Wohnen

Ex-Gorila Market wird als Arbeiterunterkunft genutzt

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Ansicht der Siedlung. | Foto: Mohamed Chendri, Periódico de Ibiza y Formentera

Auf dem Gelände des ehemaligen Gorila Market in Cala de Bou leben derzeit rund 30 Menschen in umgebauten ehemaligen Geschäftslokalen. Der Grundstückseigentümer verteidigt diese Nutzung und vergleicht die Unterkünfte mit einem Hotel. Den Bewohnern stünden Dächer über dem Kopf, insgesamt 14 Duschen sowie sanitäre Anlagen zur Verfügung. Angesichts der Wohnungsnot auf Ibiza wären viele der Bewohner andernfalls obdachlos oder müssten in verlassenen Gebäuden leben. Nach seinen Angabenhandelt es sich bei einem Teil der Bewohner um Mitarbeiter seiner Betriebe in Sant Antoni und Cala de Bou, die kostenlos auf dem Gelände wohnen. Weitere Räume würden von einer ihm bekannten Person untervermietet. Nach seiner Einschätzung liege die Miete bei etwa 300 Euro monatlich, genaue Angaben könne er jedoch nicht machen. Auf die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Situation erklärte er, vieles sei rechtlich nicht eindeutig, und verwies darauf, dass er lediglich Räume seines Eigentums vermiete.

Der Eigentümer betont zudem, dass die ehemaligen Ladenlokale vor rund zehn Jahren renoviert worden seien und er sie bewusst bewohnen lasse. In der Vergangenheit habe er mehrfach Probleme mit Hausbesetzern gehabt, weshalb ihm die jetzige Nutzung lieber sei als leer stehende Gebäude. Langfristig soll das rund 11.000 Quadratmeter große Grundstück jedoch entwickelt werden. Bereits 2021 war dort der Bau eines Aparthotels mit 54 Apartments, mehreren Gebäuden, Fitnessbereich, zwei Pools und einer Investitionssumme von 8,5 Millionen Euro geplant. Das Vorhaben scheiterte damals an Auseinandersetzungen mit der Gemeindeverwaltung und bürokratischen Hürden. Nun hofft der Eigentümer auf einen Neustart des Projekts. Nach den neuen städtebaulichen Vorgaben könne eine Kombination aus touristischer Nutzung und Wohnungen für Einheimische den Weg für eine Bebauung erleichtern. Die Gemeinde Sant Josep bestätigte gegenüber der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera, dass der Fall bekannt sei. Gegen die Nutzung des Geländes laufen bereits Verwaltungsverfahren wegen möglicher Verstöße im Bereich der Bautätigkeit und der ausgeübten Aktivitäten. Angaben zur Zahl der Bewohner machte die Gemeinde nicht. Ausgerechnet auf demselben Grundstück befindet sich auch die Touristeninformation von Cala de Bou – nur wenige Meter von den provisorischen Unterkünften entfernt.

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