
Nach einer einjährigen Pause kehrt das Restaurant Estragón an diesem Freitag auf die kulinarische Bühne Ibizas zurück. Álvaro Sanz erhielt 2019 mit dem Estragón den ersten Michelin-Stern der Insel und verteidigte die Auszeichnung bis 2024. 2023 wurde das Restaurant zusätzlich mit dem Michelin Green Star für seine nachhaltige Ausrichtung geehrt. Außerdem erhielt Estragón zwischen 2021 und 2024 durchgehend zwei Repsol-Sonnen und zählt damit weiterhin zu den bedeutendsten Gourmetadressen der Balearen. Nun startet das Konzept in einer neuen Heimat im Insotel Fenicia Prestige Suites & Spa in Santa Eulària in eine neue Etappe. Im Mittelpunkt der Küche stehen weiterhin Regionalität und Selbstversorgung. Dafür hat Sanz zwei Degustationsmenüs entwickelt: „Semillas“ mit neun Gängen und „Raíces“ mit 14 Gängen. Beide Menüs nehmen die Gäste mit auf eine kulinarische Reise durch die Natur Ibizas und der Balearen – von endemischen Pflanzen bis zu Produkten aus Meer und Landwirtschaft.
Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, setzt Sanz auf eine Philosophie, die er als modernen Luxus versteht: eigener Gemüsegarten, lokale Fischerei, die Wiederentdeckung traditioneller Sorten sowie die enge Zusammenarbeit mit Produzenten der Insel. Die Gerichte spiegeln die Landschaft Ibizas wider und verbinden Tradition mit Innovation. Besonderes Augenmerk legt das Team auf die Erforschung heimischer Pflanzenarten. Gemeinsam mit dem Jardín Biotecnológico (Biotechnologischer Garten) und dem Biologen Joan Planells werden unter anderem Salbei, Meeresspargel, Malve, Wacholder, Myrte und weitere einheimische Gewächse untersucht und in die Küche integriert. Zudem arbeitet Estragón mit dem Museo Arqueológico de Ibiza y Formentera (Archäologisches Museum von Ibiza und Formentera) an der Wiederentdeckung historischer Rezepte vergangener Kulturen. Auch die handwerkliche Seite spielt eine zentrale Rolle. Im Restaurant entstehen Brote, Käse, Wurstwaren, Essige und Brühen in Eigenproduktion. Selbst traditionelle Gerichte und typische Inselprodukte wie Johannisbrot, Feigen oder Sepia finden ihren Platz auf der Speisekarte. Das berühmte Bullit de Peix dient dabei als Inspirationsquelle.
Der neue Standort wurde konsequent nach den Grundsätzen des Konzepts gestaltet. Große Fensterflächen, Naturmaterialien und eine offene Küche prägen das Ambiente. Vier steinerne Elemente symbolisieren die lokalen Ökosysteme der Insel. Ergänzt wird das Nachhaltigkeitskonzept durch die Nutzung von Regen- und Luftfeuchtigkeit, Kompostierung sowie die Integration heimischer Vegetation und natürlicher Ressourcen. Die Philosophie der Selbstversorgung endet nicht bei den Speisen. Auch Bier, Cidre, Wermut und karbonisierte Wasser werden teilweise selbst hergestellt. Darüber hinaus gehören spezielle Wagen für Schaumweine, Kräuteraufgüsse und Kaffee zum gastronomischen Erlebnis.














