
Mit der näher rückenden Tourismussaison wächst die Angst der Anwohner von Cala d’Hort täglich, insbesondere angesichts der Untätigkeit der öffentlichen Verwaltung bei der Kontrolle des Besucherandrangs im Naturschutzgebiet des Miradors von es Vedrà. Laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera fordern die 25 betroffenen Familien, darunter Grundbesitzer und Anwohner, seit Jahren die Einrichtung eines legalen Parkplatzes und eines sicheren Zugangsweges. Doch diese Forderungen blieben bisher ungehört.
In ihrer Verzweiflung haben die Eigentümer nun die Zufahrten mit großen Steinen blockiert, um Fahrzeuge und Fußgänger fernzuhalten. Dies geschah in Kombination mit einem offenen Brief, in dem sie von traumatischen Erlebnissen mit respektlosen Touristen berichteten. Eine Anwohnerin schilderte, wie sich bis zu 100 Fahrzeuge vor ihrem Grundstück stauten – einige parkten sogar in ihrem Vorgarten. Als sie die Fahrer darauf hinwies, wurde sie mit Steinen beworfen und in mehreren Sprachen bedroht.
Zudem berichtete sie, dass ihr Auto eines Nachts von einer Gruppe Männer angegriffen und beschädigt wurde, sodass sie sich kaum noch traut, nach 19 Uhr nach Hause zu fahren. Ein weiteres schockierendes Erlebnis widerfuhr ihr, als sie eines Abends Geräusche hörte, aus dem Fenster sah und einen Mann entdeckte, der gegen ihre Hauswand urinierte. Trotz zahlreicher Beschwerden fühlen sich die Anwohner von den Behörden im Stich gelassen. Ein Notruf bei der Polizei wegen illegalem Parken blieb unbeantwortet. Die Beamten hätten erwidert, dass das Notieren der Kennzeichen zu viel Arbeit sei.
Die Anwohner werfen den Behörden vor, dass ihnen die Einnahmen aus dem Tourismus wichtiger seien als die Lebensqualität der Anwohner. Während die Tourismuswerbung von der unvergesslichen Sonnenuntergangskulisse schwärmt, sorgen sich die Anwohner um die Sicherheit. Sie befürchten, dass Rettungsdienste im Notfall nicht durch die blockierten Wege gelangen. Daher fordern sie dringend ein Verkehrskonzept, wie es bereits an anderen touristischen Hotspots wie Benirràs oder Cala Salada umgesetzt wurde.
Anmerkung der Redaktion Wir berichteten am 21.2. über die Blockierung der Zufahrtwege. Inzwischen soll laut Tagespresse auch der Zugang zu Fuß gesperrt sein.












