
Weniger als einen Monat nach dem Start des neuen Bus-Netzes auf Ibiza werden bereits zahlreiche Anpassungen vorgenommen. Ein Großteil der 44 Linien – von Hauptverbindungen bis zum Nachtverkehr – wurde nach Beschwerden von Nutzern überarbeitet oder steht vor Änderungen. Der Inselrat begründet die anfänglichen Probleme laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera mit einem langwierigen Verwaltungsprozess, der von Einsprüchen, Gerichtsverfahren und Verzögerungen geprägt war. Zudem basiert das aktuelle System auf Planungen aus dem Jahr 2019, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen.
Ein zentrales Problem: Mit dem neuen Vertrag wurden viele in den vergangenen Jahren eingeführte Verbesserungen zunächst gestrichen. Diese waren zuvor schrittweise umgesetzt worden, etwa durch zusätzliche Fahrten oder angepasste Routen, konnten aber nicht automatisch in das neue System übernommen werden. Hinzu kommen Unregelmäßigkeiten im Betrieb. Verspätungen und nicht eingehaltene Fahrpläne können für das beauftragte Unternehmen Alsa finanzielle Konsequenzen haben. Dabei werden Verzögerungen allerdings nur an den Startpunkten der Linien gemessen, während Zwischenzeiten lediglich als Richtwerte gelten. Um die Situation zu verbessern, führt der Inselrat derzeit Gespräche mit Gemeinden und Anwohnerverbänden. Ziel ist es, die Änderungen näher an den tatsächlichen Bedarf der Fahrgäste anzupassen. Zu den wichtigsten geplanten Maßnahmen zählen zusätzliche Früh- und Nachmittagsfahrten auf stark frequentierten Strecken, neue Routenführungen zur besseren Anbindung von Schulen und Wohngebieten sowie zusätzliche Haltestellen in bislang schwach versorgten Zonen.
Auch in ländlichen Regionen wird nachgebessert: Neue Verbindungen und zusätzliche Abfahrten sollen die Erreichbarkeit verbessern. Gleichzeitig werden einzelne Linien angepasst, um wichtige Einrichtungen wie das Krankenhaus Can Misses direkter anzubinden. Der neue Busservice bleibt damit weiterhin im Umbau. Die kommenden Wochen gelten als entscheidend, um das System zu stabilisieren und die zahlreichen Kritikpunkte der Nutzer zu beheben.
Konkret betreffen die Änderungen mehrere Linien:
Auf der T1 (Sant Antoni – Sant Rafel – Eivissa) werden zusätzliche Fahrten am frühen Morgen und am Nachmittag eingeführt. Die Linie T2 (Sant Antoni – Sant Josep – Eivissa) wird angepasst, um auch Sportanlagen und eine Schule in Sant Josep anzubinden.
Im Bereich ca na Negreta werden mehrere Linien (unter anderem T3 sowie A8 bis A11) kombiniert, um die Taktung zu verbessern.
Auf der Strecke T6 (Eivissa – Sant Joan – Portinatx) kommen zusätzliche Abfahrten am Morgen und am Abend hinzu.
Auch bei den Linien A2 und A12 werden die ersten Fahrten vorgezogen. In der Zone Cap Martinet ist geplant, Haltestellen künftig in die Linie U2 zu integrieren. Zudem werden auf der Linie U12 zwei wichtige Haltestellen wieder aktiviert.
Die Flughafenlinie AERO4 erhält eine neue Routenführung über Jesús und es Puig d’en Valls. Darüber hinaus werden für das Gebiet Cas Serres weitere Anpassungen geprüft, um eine direkte Verbindung zum Krankenhaus Can Misses zu ermöglichen.















