
Die neuen, freigegebenen Dokumente des US-Justizministeriums zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein enthalten mehrere Bezüge zu Ibiza. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, zeichnen die Unterlagen ein Bild widersprüchlicher Beziehungen des Magnaten zu der Baleareninsel.
Das amerikanische Justizministerium hat ein umfangreiches Konvolut veröffentlicht: rund drei Millionen Seiten, 2.000 Videos und 180.000 Bilder. Der Begriff „Ibiza“ taucht laut der Auswertung der Tageszeitung in 379 Dokumenten auf, überwiegend in E-Mails. Viele dieser Nennungen sind Dubletten oder ohne größere Relevanz – häufig handelt es sich um Mitteilungen Dritter, die Epstein über Aufenthalte oder geplante Urlaube auf der Insel informierten.
Einige Passagen haben jedoch mehr Gewicht. In einer E-Mail vom 5. Juli 2019, knapp einen Monat vor Epsteins Tod im Metropolitan Correctional Center in Manhattan, reagiert er auf die Nachricht einer Frau, der in Ibiza „das Herz gebrochen“ worden sei. Seine Antwort ist deutlich ablehnend: „billige Drogen, ungesunder Lebensstil“ – er biete stattdessen ein Retreat oder ein Trainingscamp in Barcelona an.
Bereits im Sommer 2010 lädt ein Mann namens Daniel Siad Epstein per E-Mail zu einer Party in Ibiza ein. Er kündigt an, es seien „acht sehr hübsche Mädchen“ anwesend und bietet eine große Villa als Treffpunkt an. In einer weiteren Nachricht ist von einer gemieteten Villa und zahlreichen Models aus Russland die Rede. Ob Epstein an diesen Treffen teilnahm, bleibt unklar.
Darüber hinaus enthalten die freigegebenen Unterlagen einen bemerkenswerten Hinweis. Im Juni 2018 schreibt der kanadische Milliardär Guy Laliberté, Mitgründer des Cirque du Soleil, an Epstein und bietet ihm zwei Luxusvillen auf Ibiza an: Can Soleil und Can Luna. Laliberté bezeichnet Ibiza als einen seiner Lieblingsorte und erklärt, er wünsche sich Käufer, die die Anwesen weiterhin pfleglich behandeln.
In einer späteren Nachricht nennt der Präsident der Immobilienfirma Groupe Lune Rouge Immobilier die Preise: Can Soleil wird mit 49,5 Millionen Euro veranschlagt, der Wochenmietpreis liegt zwischen 75.000 und 130.000 Euro. Can Luna kostet 14,5 Millionen Euro, mit 17.250 bis 25.000 Euro pro Woche für die Miete.

E-Mail von Guy Laliberté an Epstein / Quelle: JUSTIZMINISTERIUM, Diario de Ibiza











