
Auf Ibiza müssen Elektrobusse aktuell mit einem Dieselgenerator geladen werden, da der Anschluss an das Stromnetz noch fehlt. Die Busgesellschaft Alsa nutzt diese provisorische Notlösung, obwohl die Ladeinfrastruktur bereits vollständig installiert ist. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, stehen in der Busgarage in Cala de Bou insgesamt 18 Ladepunkte bereit, die jedoch noch nicht an das Netz angeschlossen sind. Laut Unternehmensangaben wurde das Projekt fristgerecht übergeben, die Verzögerung liege beim Energieversorger Endesa.
Der leistungsstarke Dieselgenerator, der ursprünglich nur für Notfälle gedacht war, verbraucht täglich zwischen 700 und 800 Liter Treibstoff und verursacht vor allem nachts Lärm, der bereits zu Beschwerden von Anwohnern geführt hat. Um die Belastung zu reduzieren, plant das Unternehmen, einen Teil der Busse künftig tagsüber zu laden. Die Lösung sei nur als Übergang gedacht ist und soll möglichst schnell durch eine reguläre Stromversorgung ersetzt werden soll. Politisch sorgt der Vorfall für Kritik. PSOE und Unidas Podemos fordern die Absetzung des Verkehrsverantwortlichen Mariano Juan und sprechen von einem Kollaps des neuen öffentlichen Verkehrssystems. Sie werfen der Inselverwaltung mangelnde Planung, fehlende Investitionen und strukturelle Defizite vor. Nach Ansicht der Opposition zeigen die Probleme rund um die Einführung des neuen Verkehrssystems gravierende Schwächen – von unzureichender Infrastruktur bis hin zu fehlender Koordination. Trotz jahrelanger Vorbereitung sei ein System entstanden, das weder zuverlässig noch ausreichend dimensioniert sei.















