
Die Stadt Ibiza fordert ihre Einwohner dazu auf, verdächtige Ferienwohnungen über die App „Línea Verde“ zu melden. Nach Angaben von Stadtplanungsstadtrat Juan Flores stammen mittlerweile die meisten Hinweise auf illegale Vermietungen aus diesem Meldesystem, das eigens für solche Fälle eingerichtet wurde. Es wird berichtet über eine Geldstrafe von 793.445 Euro, die gegen den Eigentümer einer illegal als Ferienunterkunft genutzten Wohnung verhängt wurde. Die gegen das Verfahren eingereichten Einwände wurden vollständig zurückgewiesen. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde nachgewiesen, dass die Immobilie ohne die erforderliche Genehmigung von Wohn- in touristische Nutzung umgewandelt wurde. Der Fall geht auf eine Kontrolle im Jahr 2024 zurück. Damals stellten die Ortspolizei und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes fest, dass die Wohnung entgegen den geltenden Vorschriften an Urlauber vermietet wurde. Wie Juan Flores, Stadtrat für Stadtplanung, gegenüber der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera erklärte, handelt es sich bereits um die vierte Sanktion dieser Art. Zwei weitere Verfahren laufen derzeit. Insgesamt wurden bislang mehr als 25 Kontrollen durchgeführt, wobei die Behörden häufig vor erheblichen Beweisschwierigkeiten stehen.
Flores erklärte, dass die Aufdeckung unerlaubter Ferienunterkünfte weiterhin schwierig sei. Besonders problematisch sei, dass Urlauber bei Kontrollen häufig angeben, lediglich Freunde des Eigentümers zu sein. Dadurch werde der notwendige Nachweis erschwert, dass tatsächlich eine Bezahlung für die Unterkunft erfolgt ist. Ohne diesen Nachweis sei die Verhängung von Sanktionen oft kompliziert. Vor diesem Hintergrund bittet die Stadtverwaltung die Bevölkerung weiterhin um Unterstützung.
Generell verstärkt die Balearenregierung ihren Kampf gegen illegale Aktivitäten im Tourismussektor. Bei einem Treffen der „Mesa de Lucha contra el Intrusismo“ (Runder Tisch zur Bekämpfung illegaler Geschäftstätigkeiten) wurden strengere Maßnahmen gegen unerlaubte Ferienvermietungen, nicht genehmigte Transportdienste, Bootsvermietungen und weitere Verstöße angekündigt. In besonders schweren Fällen können die Geldstrafen künftig bis zu 500.000 Euro betragen. Auf Ibiza wurde die Zahl der Inspektoren bereits von fünf auf neun erhöht. Zusätzlich sollen balearenweit 35 weitere Kontrolleure eingestellt werden. Ziel sei eine bessere Überwachung sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Behörden. Nach Angaben der balearischen Präsidialministerin Antònia Maria Estarellas gilt Ibiza inzwischen als Vorbild bei der Bekämpfung illegaler Ferienvermietungen. Die Erfahrungen des Consell d’Eivissa in den vergangenen zehn Jahren dienten anderen Inseln als Referenzmodell. Allein im vergangenen Jahr wurden auf Ibiza Bußgelder von rund einer Million Euro wegen unerlaubter touristischer Vermietungen verhängt. Künftig können auch die unerlaubte Anwerbung von Fahrgästen an Häfen und Flughäfen sowie andere Formen des touristischen Intrusismus gezielter verfolgt werden.















