
Das Weihnachtsfest naht – und ein Zeichen dafür, so berichtet die Tageszeitung Diario de Ibiza, steht seit Jahren in der Altstadt von Ibiza: das außergewöhnliche Krippenensemble von Isabel Delgado und Jesús García, besser bekannt als Traspas und Torijano. Im Patio ihres Hauses am carrer Major in Dalt Vila inszenieren sie jedes Jahr eine faszinierende Szenerie, die Passanten bereits seit einigen Tagen durch eine Gartengittertür bewundern können. Die Krippe bleibt bis zum 9. Januar aufgebaut und ist täglich von 9 bis 21 Uhr sichtbar.
In ihrem Innenhof entsteht ein ungewöhnlich vielfältiges Universum: Kaninchen, Schweine, Igel, Schlangen in verschiedenen Größen, Enten, Schwäne, Hühner, Ratten, Katzen, eine Robbe, viele Eulen, Eichhörnchen, ein Flamenco, ein Truthahn – und manche Tiere gleich mehrfach in unterschiedlichen Dimensionen. Für Delgado und García ist die Krippe ein Experimentierfeld, ein kreativer Gegenentwurf zu klassischen Darstellungen. Zwei farbige Figuren verkörpern jedes Jahr Josef und die schwangere Maria. Am Abend des 24. Dezember, wenn die Menschen zur Mitternachtsmesse hinaufgehen, setzen die beiden traditionell das Jesuskind in die Arme der Mutterfigur – oder auch einmal in die des Josefs. Eine stille Form der gesellschaftlichen Re-imagination, wie sie es nennen. Einige Details haben darüber hinaus symbolischen Charakter: Die riesige Eidechse, die aktuell an der Außenwand des Hauses hängt, war früher Teil des eigentlichen Krippenbilds. Und die Igel stehen für etwas, das den beiden fehlt – nämlich Tiere, die Schlangen vertilgen würden.
Was einst als kleine Tischkrippe begann, ist über viele Jahre zu einer echten Attraktion geworden. Traspas und Torijano erweitern ihr Ensemble fortlaufend durch neue Figuren oder Geschenke von Nachbarn – etwa besonders naturgetreue Hühner oder eine Ente. Für viele Einheimische gehört der Besuch längst zur festen Weihnachtstradition. Familien steigen jedes Jahr nach Dalt Vila hinauf, und besonders beliebt ist eine Eulenfigur, die Geräusche macht, wenn man klatscht. Ursprünglich ein Halloween-Gag, trägt sie nun ein kleines „Felices Fiestas“-Schild und hält tapfer Wind und Wetter stand. Auch ein winziges, mittlerweile etwas lädiertes Küken gehört seit Jahren fest zum Bild und ist zum liebenswerten Kultobjekt geworden.
Die Krippe ist über die Jahre beträchtlich gewachsen – so sehr, dass der Platz für die Lagerung irgendwann knapp werden könnte. Doch schon jetzt hat das ungewöhnliche Ensemble zahlreiche Bewohner und Besucher Ibizas begeistert und zu einem festen Bestandteil des Weihnachtszaubers in Dalt Vila gemacht.














