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Musikszene

Nur wenige Wochen nach Beginn der Festivalsaison gastiert das deutsche Duo Two Lanes erstmals auf Ibiza. Leo und Rafa Schmid aus Düsseldorf stehen am Sonntag beim Abschluss des Suau Festivals in sa Pedrera in Sant Antoni auf der Bühne. Im Gespräch mit der Tageszeitung Diario de Ibiza sprechen die Brüder über ihre Premiere auf der Insel, ihren besonderen Sound und ihre Pläne für die Zukunft.
Was bedeutet es für euch, erstmals auf Ibiza aufzutreten – der weltbekannten Insel der elektronischen Musik?
Rafa Schmid: Wir waren noch nie auf Ibiza – weder im Urlaub noch zum Auftreten. Deshalb freuen wir uns riesig. Unsere Musik entspricht allerdings nicht dem typischen Ibiza-Sound.
Leo Schmid: Ibiza wird oft mit Clubmusik verbunden, während wir eher aus der Konzertwelt kommen. Dort fühlen wir uns mit unserer Musik zuhause. Trotzdem ist es für uns etwas ganz Besonderes, die Insel jetzt kennenzulernen.
Rafa Schmid: Gleichzeitig haben wir den Eindruck, dass sich Ibiza verändert. Neben Clubmusik gibt es inzwischen immer mehr atmosphärische und ruhigere Klänge. Die Musikszene entwickelt sich deutlich vielseitiger.
Festivals wie das Suau Festival zeigen diese Entwicklung.
Leo Schmid: Genau. Das Festival legt den Schwerpunkt auf das Gesamterlebnis. Auch der Veranstaltungsort wird die Atmosphäre unseres Konzerts sicher entscheidend prägen.
Sa Pedrera gilt als außergewöhnliche Kulisse.
Rafa Schmid: Als wir engagiert wurden, haben wir uns natürlich Bilder angesehen. Dieser Ort wirkt einzigartig und genau passend für unsere Musik.
Wie wird euer erstes Konzert auf Ibiza aussehen?
Leo Schmid: Wir arbeiten noch an den letzten Details. Das Programm wird von sehr ruhigen, pianobetonten Momenten bis hin zu deutlich energiegeladeneren Passagen reichen. Uns ist wichtig, verschiedene Stimmungen und Emotionen miteinander zu verbinden.
Auch die visuelle Inszenierung spielt eine wichtige Rolle.
Rafa Schmid: Absolut. Licht und Visuals sollen unsere Musik unterstützen. Das Gesamterlebnis entsteht nicht nur durch den Klang, sondern auch durch die Atmosphäre auf der Bühne.
Wie entstand Two Lanes?
Leo Schmid: Wir kommen aus einer sehr musikalischen Familie. Unser Vater ist Jazzmusiker, unsere Mutter spielt ebenfalls Instrumente. Ich begann früh mit klassischem Klavier, studierte später Musik in Deutschland und schließlich an der Juilliard School in New York. Parallel experimentierten Rafa und ich mit elektronischer Musik. Nachdem ich nach Berlin gezogen war, beschlossen wir, uns vollständig auf dieses gemeinsame Projekt zu konzentrieren.
Rafa Schmid: Ich spielte als Kind ebenfalls Klavier, später Schlagzeug und E-Bass. Mich faszinierte jedoch vor allem elektronische Musik von Künstlern wie Daft Punk oder Justice. Als Jugendlicher begann ich zu produzieren. Eines Tages setzte sich Leo an mein MIDI-Keyboard – rückblickend war das der Beginn unserer Zusammenarbeit.
Wie verteilt ihr die Aufgaben innerhalb des Duos?
Rafa Schmid: Es gibt keine festen Rollen.
Leo Schmid: Natürlich hat jeder seine Stärken. Trotzdem wechseln wir bewusst die Aufgaben, damit immer neue Ideen entstehen. Mal spielt Rafa Klavier und inspiriert mich, manchmal ist es genau umgekehrt.
Wie würdet ihr euren Stil beschreiben?
Rafa Schmid: Das ist gar nicht so einfach.
Leo Schmid: Wir bewegen uns zwischen elektronischer und neoklassischer Musik. Manche Stücke bestehen nur aus Klavier, andere ausschließlich aus elektronischen Elementen. Am besten beschreibt uns wohl emotionale und immersive Musik – Klänge, die Menschen berühren und mitnehmen sollen.
Woher kommt eure Inspiration?
Leo Schmid: Meist entsteht sie nicht durch ein einzelnes Erlebnis. Oft erkennt man erst später, wodurch ein Stück beeinflusst wurde. Manchmal reicht bereits ein kleiner Sound oder eine Idee vom Vortag.
Rafa Schmid: Im Studio entwickelt sich vieles ganz organisch. Einer beginnt mit einer Idee am Klavier oder Synthesizer, daraus entsteht die nächste. So wächst ein Stück Schritt für Schritt.
Welche Bedeutung hat das Live-Erlebnis für eure Musik?
Leo Schmid: Seit wir regelmäßig auftreten, komponieren wir anders. Wir überlegen schon beim Schreiben, wie sich ein Stück live verändern lässt und wie wir es auf der Bühne jedes Mal etwas anders interpretieren können. Das macht die Konzerte sowohl für das Publikum als auch für uns spannender.
Eure Musik erreicht Millionen Streams und viele Konzerte sind ausverkauft. Habt ihr mit diesem Erfolg gerechnet?
Rafa Schmid: Nein. Wir haben einfach Musik gemacht, die sich für uns richtig angefühlt hat. An Reichweite oder Erfolg haben wir damals überhaupt nicht gedacht. Dass so viele Menschen unsere Musik hören, macht uns natürlich sehr dankbar.
Welche Ziele verfolgt ihr in den kommenden Monaten?
Rafa Schmid: Unser wichtigstes Projekt ist der weitere Ausbau unserer Live-Shows. Für das neue Album haben wir mit Streichern gearbeitet. Künftig möchten wir diese Musiker auch bei ausgewählten Konzerten mit auf die Bühne bringen und so ein völlig neues Konzerterlebnis schaffen. Unser Ziel bleibt, jeden Tag Musik zu machen, sie zu veröffentlichen und live mit dem Publikum zu teilen.
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