
In der Nacht zu Mittwoch haben rund ein Dutzend junger Männer die Terrasse eines Hauses in es Caló auf Formentera betreten und sich dort nach Informationen der Tageszeitung Diario de Ibiza mehr als eine Stunde lang an Lebensmitteln und Getränken des Bewohners bedient.
Die Sicherheitskameras dokumentierten den gesamten Vorfall: ein ausgelassenes Szenario mit Selfies, Gelächter und dem Verzehr von vier Kisten Garnelen, Getränken und weiteren Vorräten. Die Kamera zeigt die Terrasse mit mehreren Tischen, einer Außenküche und einer gut gefüllten Kühlschrankzone. Dort spielt sich der Großteil der Aktion ab: Funken schlagen beim Anzünden des Feuers gegen eine Gasflasche, Dosen und Flaschen werden geöffnet, einige legen sich mit einem Sofabezug schlafen, während andere weiter feiern. In weiteren Sequenzen ist zu sehen, wie einer der jungen Männer überprüft, ob die Fenster der Hauptwohnung verschlossen sind.
Nach gut einer Stunde endet die nächtliche Störung – und die Terrasse bleibt verwüstet zurück. Die Gruppe bestand nach Angaben der Zeitung aus neu angekommenen Migranten, die vermutlich aus Algerien über das Meer auf die Insel gelangten.
Die Männer machten es sich auf der Terrasse von Toni Mayans bequem, legten Jacken und Rucksäcke ab, entzündeten ein Feuer in der Außenküche und durchsuchten jeden Winkel nach Essen und Getränken. Einige ruhten sich aus, andere posierten fröhlich für Selfies – immer vor laufender Kamera.
Die Aufnahmen beginnen kurz nach 4 Uhr morgens. Gegen 5.15 Uhr verlässt die Gruppe den Ort – einer von ihnen kehrt noch einmal zurück, weil er seine Jacke vergessen hat. Nach ihrem nächtlichen Zwischenstopp zogen einige der Männer weiter zum Haus eines Nachbarn, Mariano, wo sie nach dem Einschlagen einer Fensterscheibe Kleidung und Schuhe entwendeten. Vier mutmaßlich Beteiligte wurden inzwischen wegen Einbruchdiebstahls festgenommen, wie die lokale Radiostation Ràdio Illa berichtete.Toni Mayans, der Bewohner des Hauses, zeigte sich überrascht – auch weil er in der Vergangenheit anderen Migranten bereits Hilfe, Essen, Kleidung und Unterkunft angeboten hatte. Diesmal aber war die Situation eine völlig andere.













