
Um alle laufenden Kosten und Grundbedürfnisse auf Ibiza angemessen decken zu können, benötigt eine berufstätige Person mindestens 41.945 Euro netto im Jahr. Das entspricht 3.495 Euro im Monat bei zwölf Monatsgehältern. Für Formentera liegt der erforderliche Betrag mit 41.673 Euro netto jährlich nur geringfügig darunter. Das geht aus einer aktuellen Studie der Gewerkschaft Comissions Obreres (CCOO) hervor, über die die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet.Deutlich niedriger liegt der notwendige Betrag auf Mallorca. Dort wären laut Studie mindestens 30.326 Euro netto im Jahr erforderlich. Bei zwölf Gehältern entspricht dies einem Monatslohn von 2.527 Euro, bei dem in Spanien weit verbreiteten Modell mit 14 Gehältern wären es 2.166 Euro pro Monat.
Diese Beträge stehen jedoch in einem krassen Gegensatz zur Einkommensrealität vieler Beschäftigter. Trotz der in den vergangenen Jahren durch Tarifverhandlungen erzielten Lohnerhöhungen seien die Einkommen auf den Balearen weiterhin nicht ausreichend, um die hohen Lebenshaltungskosten zu decken, heißt es im Vorwort der Studie.
So lag das durchschnittliche Jahreseinkommen auf den Balearen im Jahr 2023 bei 23.126 Euro und damit unter dem spanischen Durchschnitt von 23.981 Euro – obwohl die Lebenshaltungskosten auf den Inseln aufgrund ihrer Insellage deutlich höher sind.Hinzu kommt, dass von den rund 600.000 Beschäftigten auf den Balearen etwa 35 Prozent weniger als 15.120 Euro im Jahr verdienten. Hauptgrund dafür ist der hohe Anteil an befristeten und saisonalen Arbeitsverhältnissen.
Besonders stark ins Gewicht fallen die steigenden Wohnkosten. Die jährlichen Ausgaben für Wohnen erhöhten sich auf den Balearen von 14.732 Euro auf 16.705 Euro. Auf Ibiza liegen die Kosten sogar mehr als 10.000 Euro höher als auf Mallorca – sowohl bei Mieten als auch bei Hypotheken. Besorgniserregend sei zudem, dass viele Menschen inzwischen bei Bildung und Gesundheit sparen müssten. Dies deute darauf hin, dass immer mehr Haushalte gezwungen seien, selbst bei elementaren Ausgaben zu kürzen, weil das Einkommen nicht mehr ausreiche. Fixkosten wie Miete und Lebensmittel ließen sich jedoch nicht vermeiden. Besonders betroffen von der hohen Kostenbelastung sind junge Erwerbstätige sowie Rentnerinnen und Rentner. Die durchschnittliche Rente liegt bei 18.159 Euro im Jahr, bei Frauen sogar nur bei 15.098 Euro. Rund 40 Prozent der Ruheständler erhalten weniger als 785 Euro im Monat und liegen damit klar unter der Armutsgrenze.
Die Mehrheit der Bevölkerung sei daher weit davon entfernt, eine marktübliche Miete zahlen oder eine Hypothek bewilligt zu bekommen. Dies zeige nicht nur die prekäre Einkommenssituation, sondern auch die tiefe Kluft zwischen politischem Handeln und sozialer Realität. In der Konsequenz lebten viele Erwerbstätige trotz Arbeit in Armut. Zahlreiche Menschen verfügten schlicht nicht über die notwendigen Mittel für ein würdiges Leben, so das ernüchternde Fazit der Studie.














