
Im Meer rund um die Pityusen sind acht Arten von Haien und Rochen identifiziert worden, vier davon gelten als gefährdet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung seien von großer Bedeutung für den Meeresschutz, so die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera. Die Identifizierung sei „sehr wichtig“, erklärte Laura Miralles, Meeresbiologin und Expertin für Genetik und Meeresschutz an der Universität Oviedo. Viele dieser Arten befänden sich in einem kritischen oder stark eingeschränkten Erhaltungszustand. Entscheidend sei es daher zu wissen, wo sich diese Tiere aufhalten und warum sie gerade in diesen Gewässern vorkommen, um gezielt Schutz- und Managementmaßnahmen entwickeln zu können. Die Ergebnisse der Studie wurden am Mittwoch in den Gemeindebüros von Sant Jordi vorgestellt. Präsentiert wurde die Untersuchung von Laura Miralles gemeinsam mit Xisco Sobrado, Koordinator des Meeresbereichs von GEN-GOB. An dem Projekt beteiligt waren außerdem die Universität Oviedo, IbizaPreservation, WWF und SOLDECOCOS.
Die Identifizierung der acht Arten erfolgte über Wasserproben, die an verschiedenen Punkten der Pityusen und in unterschiedlichen Tiefen entnommen wurden und stammen aus zwei Kampagnen – im Dezember 2024 und im Juni 2025 –, um eine jahreszeitliche Vergleichbarkeit zu ermöglichen, erläuterte Sobrado. Der Großteil der Proben wurde in geschützten Meeresgebieten genommen. Die Analyse erfolgte anschließend an der Universität Oviedo mithilfe von Umwelt-DNA. Dabei handelt es sich um genetische Spuren, die Lebewesen in ihrer Umgebung hinterlassen. Fische verlieren unter anderem Schuppen und Schleim, auch Haie und Rochen hinterlassen genetisches Material im Wasser. Dieses wurde aus den Wasserproben gefiltert und genetisch ausgewertet, um die jeweiligen Arten eindeutig zu bestimmen. Unter den identifizierten Arten befinden sich unter anderem der Riesenmanta (Mobula mobular) sowie der Glatthai (Galeorhinus galeus). Beide Arten gelten als besonders emblematisch und unterstreichen den ökologischen Wert der Gewässer rund um Ibiza und Formentera. Die Studie bestätige, dass die Pityusen eine bemerkenswerte Vielfalt an Knorpelfischen beherbergen, die einen wirksamen Schutz verdient, betonte Sobrado. In den vergangenen zwölf Monaten wurden zudem ungewöhnlich viele Rochen und Mantarochen in Küstennähe beobachtet. Konkrete Daten zu diesem Phänomen liegen zwar nicht vor, dennoch verweist Miralles auf den Klimawandel und die steigenden Wassertemperaturen. Diese führten dazu, dass viele Arten ihre Wander- und Verbreitungsmuster veränderten – ein möglicher Zusammenhang mit der Zunahme der Sichtungen in den Gewässern der Pityusen.











