
Die Zahl der Wasservögel auf Ibiza ist nach Angaben der Tageszeitung Diario de Ibiza deutlich gestiegen. Nach Angaben des balearischen Ornithologenverbands wurden im Rahmen der internationalen Winterzählung 22.174 Wasservögel aus 71 verschiedenen Arten in den Feuchtgebieten der Balearen registriert. Die Daten basieren uf der Zählung Mitte Januar im Rahmen des Programms International Waterbird Census, das von der Organisation Wetlands International koordiniert wird. Während die Gesamtzahlen im Archipel leicht unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegen, zeigt sich auf den Pityusen eine gegenläufige Entwicklung. Auf Ibiza stieg die Zahl der überwinternden Wasservögel um 36,3 Prozent, auf Formentera um 24,3 Prozent. Der deutliche Zuwachs auf Ibiza wird vor allem mit der inzwischen dauerhaft etablierten Präsenz von Flamingos im Naturpark ses Salines erklärt. Die eleganten Vögel überwintern dort zunehmend regelmäßig. Bei anderen Vogelgruppen zeigt sich dagegen ein Rückgang. Besonders auffällig ist dies bei der Gattung der Kranichvögel der Fall. Deren Zahl nahm um 36 Prozent ab, darunter die Blässhuhn‑Art Fulica atra, die als wichtiger Bioindikator für die Qualität von Süßwasser gilt. Gleichzeitig stellten die Ornithologen eine höhere Zahl von Großen Kormoranen sowie von Brandgänsen fest, einer Art, die typischerweise in brackigen Gewässern vorkommt. Experten vermuten, dass diese Entwicklung mit einer zunehmenden Versalzung der Feuchtgebiete zusammenhängt. Dadurch profitieren Arten, die salzige oder brackige Gewässer bevorzugen, während typische Süßwasserarten zurückgehen. Der Zensus wurde in 95 Feuchtgebieten des Archipels durchgeführt. Die meisten liegen auf Mallorca, doch auch auf Ibiza und Formentera wurden zahlreiche Standorte untersucht.
Bei der Zählung wurden auch mehrere seltene oder bedrohte Arten registriert. Dazu gehören unter anderem eine Weißstorch‑Beobachtung auf Menorca, ein Exemplar der Purpurreiher‑Art Ardea purpurea auf Mallorca sowie mehrere Löffler. Zudem wurden auf den Inseln verschiedene bedrohte Arten festgestellt, darunter 11 Moorenten, 12 Marmelenten und 19 Fischadler. Die Ergebnisse der Zählung liefern wichtige Hinweise auf die ökologische Entwicklung der Feuchtgebiete der Balearen und dienen als Grundlage für zukünftige Naturschutzmaßnahmen.












