
Die Ausstellung des deutschen Fotografen Wolfgang Löffler wird am heutigen Donnerstag um 20 Uhr in Sa Nostra Sala (Carrer Aragó, 17) eröffnet. Unter dem Titel „Anys vuitanta. L’Eivissa que desapareixia“ werden 60 Schwarz-Weiß- und Farbfotografien aus dem Bild- und Tonarchiv der Stadtverwaltung von Ibiza ausgestellt.
„Anfangs war ich einfach ein Tourist. Ich habe meine Familie besucht und das Landschaftsbild hat mich fasziniert. Die Campesinas, die Bäuerinnen, wollten sich erst nicht fotografieren lassen, aber als ich viel Zeit mit ihnen verbrachte, vergaßen sie irgendwann die Kamera“, erzählt Löffler der Tageszeitung Diario de Ibiza.
Die Bilder zeigen ein Ibiza im Wandel, festgehalten mit feinem Gespür für Alltag und Authentizität. Die Kulturdezernentin Sara Ramon beschreibt die Ausstellung als „eine intime und echte Sicht auf das Ibiza der Transformation“, frei von Klischees und nah am ländlichen Leben. „Es ist wichtig, dieses visuelle Erbe zu bewahren und weiterzugeben“, so Ramon.
Löffler (Jahrgang 1952, Pforzheim), war in den 1980er-Jahren als freier Fotograf und Journalist tätig. Obwohl er international unterwegs war, galt seine Leidenschaft Ibiza, wo seine Schwester Ingrid lebte. Dort habe er eine Lebensweise entdeckt, die eine „besondere menschliche und landschaftliche Kraft“ in sich trug.
„Mich hat nicht die Party interessiert, sondern die Ruhe des Landes, die traditionellen Gewänder, der Atem der Einfachheit“, sagt Löffler. Er habe versucht, zwei Welten einzufangen: das Leben der Bauern und das der jungen Leute, die begannen, zu feiern. „Oft musste man stundenlang warten, vielleicht vor einer Kirche oder an einer Straße, wo sich beide Welten kurz kreuzten.“
Joan-Albert Ribas, Kurator der Ausstellung, berichtet, dass aus über 260 Bildern aus dem Archiv ausgewählt wurde. „Die Sammlung von Löffler ist ein Schatz. Sie erinnert uns an eine Insel, die verloren gegangen ist.“
Die gezeigten Fotos stammen größtenteils aus Sant Josep, einige aus Sant Agustí und Vila. Die abgebildeten Personen und Häuser wurden sorgfältig dokumentiert. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Löffler selbst sowie der ibizenkischen Journalistin Clàudia Roig Löffler, seiner Nichte.
Die Ausstellung ist vom 24. Juli bis zum 7. August montags bis freitags von 10:00 bis 13:30 Uhr und von 17:30 bis 20:30 Uhr, sowie samstagvormittags geöffnet.
Clàudia Löffler, Daniela Löffler, Wolfgang Löffler, Sara Ramon y Joan-Albert Ribas. / Foto: Sergio G. Cañizares, Diario de Ibiza














